Fünfhundertzweiunddreißig

Eigentlich wollte ich heute den versprochenen Plätzchen-Eintrag bringen, aber da der Webmasterfriday heute wieder mal ein Thema vorschlägt, stelle ich die Plätzchen noch etwas zurück.
Es geht diesmal um Erfolgsfaktoren beim Bloggen. Konkreter: Wie misst man den Erfolg?

Zunächst, ich blogge nicht, um auf diese Weise Erfolgserlebnisse zu bekommen. Das Blog dient vielmehr zu meiner Entspannung. Wenn ich hier nach Erfolg suchen würde, würde mich das nur unter Druck setzen, was absolut kontraproduktiv wäre.
Wie die meisten (privaten) Blogger, habe ich auch keine Einnahmen mit dem Blog. Deshalb lässt sich der Erfolg nicht in Euro oder einer anderen Währung messen.
Eher spielerisch verfolge ich meine Statistiken, die in letzter Zeit wieder deutlich höhere Besucherzahlen anzeigen. Dies ist ein Indiz dafür, dass mein Blog doch etliche Leser hat, die es immer wieder besuchen. Es freut mich, dass mein Geschreibsel so vielen Leuten gefällt. Aber als „Erfolg“ möchte ich dies dennoch nicht verbuchen. Und einen Massenansturm von Besuchern möchte ich erst recht nicht. Eine kleine, aber feine Community ist mir lieber.
Auch auf die – überwiegend konstruktiven – Kommentare, die sich mittlerweile angesammelt haben, bin ich recht stolz, sehe sie aber nicht als „Erfolg“.

Ich tue mir schwer, hier eine Definition für den „Erfolg“ eines Blogs zu finden, und versuche jetzt eine andere Herangehensweise.
Ich stelle mir die Frage: Welche Eigenschaften muss ein Blog haben, damit ich persönlich ihn immer wieder besuche und eventuell sogar einen gelegentlichen Kommentar hinterlasse?
Davon abgesehen, dass ich blinkende, flashende, mit Graphik überladene, kontrastarme Seiten nicht mag, geht es mir doch um den Inhalt.
Blogs, die für irgendwelche Produkte werben, besuche ich vielleicht einmal, und danach nie wieder. Ich lese gerne Erlebnisse oder auch ganz alltägliche Beschreibungen, auch einmal eine philosophische Abhandlung, aber grundsätzlich sollte es abwechslungsreich sein.
Besonders interessant finde ich Blogs, die ein ähnliches Themenspektrum haben wie ich selbst, weil die jeweiligen Blogger wohl auch ähnliche Interessen oder einen ähnlichen Background haben wie ich.
Bei anderen Blogs gefällt es mir, wenn ein gewisser Humor zwischen den Zeilen zu erkennen ist. Gelegentliche Rechtschreibfehler toleriere ich (nobody’s perfect, und ich verbuchsle auch manchmal die Wechstaben), zu viele stoßen mich allerdings ab. Blogeinträge sollten nicht zu lang sein (etwa 2 bis 3 Kilobyte sind optimal).
Um Inhalte als hochwertig einzustufen, ist eine gewisse Originalität und Kreativität nötig. Blogs, die nur Einträge anderer Blogger wiederkäuen oder zerfledern (von denen es leider mehr gibt als man erwarten würde) ignoriere ich.

Jetzt bin ich zwar etwas vom Thema abgekommen, weil ich weniger geschrieben habe, was ein „erfolgreiches“ Blog ausmacht, sondern vielmehr was – für meinen Geschmack – ein „gutes Blog“ ist. Denn es kommt mir nicht auf irgendwelche Metriken an, mit denen man den Erfolg messen könnte, sondern darauf, dass das Bloggen Spaß macht. Ich lasse mich nicht unter Erfolgsdruck setzen.

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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24 Antworten zu Fünfhundertzweiunddreißig

  1. schaum schreibt:

    ich mag aber lieber pätzchen…..DAS war meine erste wahl *grrr*
    …..und ich blogge um ursprünglichen wortsinn…….als eine art tagebuch…

    es schäumt frustriert

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  2. plietschejung schreibt:

    Stimmt. Du vermischt KPIs und Blogqualität.

    KPIs sind für mich Leser, Kommentare, Anfragen auf FL Einträge. Ggf auch Profil Views.

    Die Erfolgsfaktoren sind einfach auf einen Nenner zu bringen, wie in jedem Social Network: Relevanter Content. Der ist für jeden Leser unterschiedlich, insofern gibt es keinen allgemein guten Blog, sondern nur gute Blogs in deiner „Zielgruppe“.

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    • breakpoint schreibt:

      Das ist halt meine persönliche und subjektive Einschätzung. Allgemeingültigkeit hatte ich nicht beabsichtigt.

      Die Blogqualität lässt sich nicht mit Kennzahlen wie der Besucherzahl messen.
      Zu oft schon habe ich miese Blogs gesehen, die aber stark frequentiert werden. Umgekehrt gibt es natürlich auch völlig unbekannte Perlen.

      Ursprünglich wollte ich eigentlich gar nicht zu diesem Thema schreiben, denn Bloggen möchte ich nicht mit Erfolg/Misserfolg assoziieren.
      Ich hab’s dann doch getan, weil mir eben einiges zu diesem Thema eingefallen ist – und sei es nur, dass ich den „Erfolg“ nicht messen will.

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      • plietschejung schreibt:

        Ein Blog ist immer persönlich, oder ?
        Na klar ist es subjektiv, macht doch nichts.

        Ob mies oder gut ist doch immer eine Geschmackssache. Fakt ist – für mich – dass ein Blog ohne Kommi oder zumindest Views (wie bei Fotos) einfach Blogleichen sind. Insofern und in Bezug auf „Feedback“ sind für mich frequentierte Blogs die erfolgreichen. Damit sind sie nicht automatisch gut, was den Content angeht.

        Zumindest für mich.

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        • breakpoint schreibt:

          Oh, es gibt auch jede Menge Firmenblogs, Computerblogs, Freizeitblogs, Jobblogs, Reiseblogs, Spieleblogs, .. die teilweise auch von mehreren Bloggern gemeinsam geschrieben werden, und bei denen nicht mehr die Person des Bloggers im Fokus steht.

          Wie „gut“ ein Blog ist, ist selbstverständlich vor allem Geschmackssache. Was der eine toll findet, kann für einen anderen langweilig, und für einen dritten abstoßend sein.

          Auch ein regelmäßig gepflegtes Blog mit interessanten (wie auch immer man das definieren mag) Inhalten, kann einsam vor sich hinschlummern, wenn potentiell interessierte Leser es einfach noch nicht entdeckt haben.

          „Erfolg“ im Sinne von hoher Zahl an page impressions etc. ist für mich kein Ziel.
          Aber ich freue mich über die Besucher, die immer wieder kommen und hier lesen.

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  3. Delicatus schreibt:

    Ich lese ein anderes Blog über eine Frau, die eine Fehlgeburt hatte (nicht Du) und die versucht sich aus dem Tal wieder hoch zu kämpfen. Der „Vater“ des „Kindes“ hatte sich schon verabschiedet, etc. Gruselige Geschichte, die man nicht dem schlimmsten Feind wünscht. Wenn sie denn stimmt.
    Diese Bloggerin schreibt nämlich alle 50 Einträge wie toll sie einen Cafe von XY findet und dass sie beim Einkaufen die App von TZ benutzt, etc. Das passt so gar nicht zu den anderen Einträgen. Ich frage mich jetzt ob sie diese „Werbung“ schaltet um Geld zu verdienen oder ob sozusagen die ganze Story ein reiner Set-up ist, um dann die Werbung zu platzieren. Letztlich ist es egal.
    Für mich ist wichtig, dass ein Blog authentisch ist oder aber klar zu erkennen ist, dass jemand sich eine Geschichte ausgedacht hat. Schlimm wird es wenn jemand behauptet, dass es authentisch ist, aber ich es nicht glauben kann. Ich will keinem etwas unterstellen, aber manche Geschichten, insbesondere wenn sie gehäuft vorkommen, sind dann doch abenteuerlich.

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    • breakpoint schreibt:

      Hört sich schon nach product placement an.

      Ich vermeide es ja, irgendwelche Firmen- oder Produktnamen zu nennen.
      Wenn es trotzdem mal nicht anders geht, dann ist es vorwiegend negative Kritik.

      Es lässt sich halt im Internet nur selten eindeutig erkennen, inwieweit etwas echt oder fake ist.
      Solange ich nicht selbst direkt damit zu tun habe, ist es mir eigentlich fast egal.
      Auf Dauer lässt sich wohl eine konsistente Story nicht aufrechterhalten, wenn es sich nur um ein Fantasiegespinst handelt.

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  4. Petr schreibt:

    Servus, – bin der mit der VQ von Dr. Bahnfahrer)-

    meiner Ansicht nach sind die meisten von Frauen (aber auch Männern) geschriebenen blogs todlangweilig – es geht einfach um nichts weltbewegendes oder dauernd darum, bei anderen die Schuld zu suchen.

    Ganz entsetzlich finde ich diese Modeblogger (sein wir ehrlich – die meisten von denen können sich weder anziehen, noch schminken noch gescheiht fotografieren), welche dann aber glauben, sie hätten nun die Deutungshoheit über andere Leute „auf der Strassen“ und wären nun ganz wichtig, da sie von Marke X und Y zum „product-launch“ eingeladen werden.

    Dass es sich fúr diese Marken dabei um wesentlich gúnstigere Werbung als auch nur den kürzesten Fernsehspot im Wetterprogramm um 3 Uhr Nachts (rund um die 0900-Nummern) handelt, blicken die leider meist nicht.

    Für mich macht ein gutes blog aus:

    1. Relevante Information
    2. Kenntnis
    3. Humor
    4. Fähigkeit, über sich selbst lachen zu können
    5. Keine Aussparung von negativen Erfahrungen
    6. Tipps für andere, um Fehler zu vermeiden

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  5. Bellona schreibt:

    mir ist es wichtig, dass blogs authentisch sind (oder zumindest rüberkommen ;)). ich lese/sehe gerne alltägliches, spickel gerne in die virtuellen fenster der blogger.

    ich für mich spare meistens negative aspekte meines lebens aus. oder schreibe sie privat. es lesen auch menschen aus meinem realen leben bei mir mit. wenigen hab ich vom blog erzählt, einige wissen davon und sind leute, die mit gutem grund zu meiner vergangenheit gehören. daher habe ich für mich den entschluss gefasst, die emotionen weitgehend privat zu halten. was mir aber auch guttut, ich befasse mich im realen leben ausreichend damit und mein blog trägt wiederum dazu bei, die vielen guten seiten meines lebens zu schätzen.

    nun habe ich nichts zum eigentlichen thema geschrieben. das liegt daran, dass der „erfolg“ meines blogs und der blogs anderer mir völlig latte ist. im prinzip bin ich für mich eine „erfolgreiche“ bloggerin, weil ich spaß daran habe, schon viele jahre lang.

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    • breakpoint schreibt:

      Da gehörst du auch zu den Spaß-Bloggern. 😀
      Nicht alle Webmasterfriday-Teilnehmer sehen das so gelassen. Manche wollen tatsächlich Geld damit verdienen.
      Aber solche „kommerziellen“ Blogs lese ich z.B. grundsätzlich nicht – zumindest nicht regelmäßig.

      Wenn Personen, die einen kennen, im Blog lesen, wird es IMHO unmöglich, wirklich unbefangen zu schreiben.
      Unwillkürlich nimmt man wohl doch Rücksichten.
      Deshalb – unter anderem – führe ich mein Blog ja völlig anonym, und trenne es sehr scharf von meinem Real Life.

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  6. breakpoint schreibt:

    FünfhundertachtundsechzigKommt es nur mir so vor, oder ähneln sich manche Themen des Webmasterfriday schon sehr?
    Aus meiner Sicht einer Just-for-fun-Bloggerin kann ich auf die Frage „Was ist bloggen wert“ nichts viel anderes schreiben, als zum Thema „Erfolgsfaktoren beim Blog…

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  7. Pingback: Fünfhundertachtundsechzig | breakpoint

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