Vierhundertneunundneunzig

Der neue Bewerber für die CIO-Stelle hat beim gestrigen Vorstellungsgespräch einen guten Eindruck hinterlassen.
Fachlich habe ich keine Einwände. Er hat solides Hintergrundwissen. Den Rest kann er lernen.
Was seine Soft Skills und Persönlichkeit betrifft, tja, ein gewisses Risiko besteht wohl immer. Aber sein Verhalten und Auftreten scheinen zu passen.

Der einzige Punkt, der uns zu denken gibt, ist gesundheitlicher Natur. Der Bewerber ist als Diabetiker schwerbehindert.
Das sieht man ihm erst mal nicht an. Durch gesetzliche Vorgaben ist es ohnehin notwendig, dass ein gewisser Anteil der Beschäftigten als schwerbehindert anerkannt ist.
Auf der anderen Seite kriegt man solche Angestellten durch restriktive Kündigungsbestimmungen nicht mehr los, und ob sie die volle Leistungsfähigkeit von Nicht-Behinderten erbringen können, ist zumindest fraglich.
Der Job ist zeitweise schon stressig und hektisch, da können wir uns keine vorhersehbaren Ausfälle erlauben.

Mich erinnert das an Herbert, mit dem ich vor einigen Jahren eine Affaire hatte. Das lief dann immer so ab: vorher Traubenzucker, nachher Traubenzucker, und die Glucagon-Spritze für alle Fälle in Reichweite.
Aber sonst hatte er eigentlich keine Einschränkungen.

Also befürworte ich die Einstellung. Wir suchen jetzt immerhin schon geraume Zeit, und dieser Bewerber ist bisher der einzige, der überhaupt in die engere Wahl käme.
Durch seine lange Kündigungsfrist könnte er voraussichtlich erst im April anfangen. Hm. Da hätte ich wohl gerade noch wenige Wochen für die Übergabe.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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19 Antworten zu Vierhundertneunundneunzig

  1. sweetsurrender schreibt:

    Ich denke auch wenn so ein Mann vom Arzt gut eingestellt ist und er die Krankheit nicht erst seit gestern hat sollte das eigentlich kein Problem darstellen.

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  2. schaum schreibt:

    zu viele einschränkungen aus meiner sicht…..insbesondere die lange kündigungsfrist…..wenn er wirklich will, kann er die gesetzliche in anspruch nehmen, die ist mehr oder weniger 4 wochen 🙂

    es schäumt alseintest?

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    • breakpoint schreibt:

      Der Bewerber ist in einem ungekündigten Beschäftigungsverhältnis und bereits in leitender Position tätig.
      Seine vertraglich vereinbarte Kündigungsfrist ist halbjährlich zum Monatsende.
      Wenn ihn sein jetztiger Arbeitgeber also nicht freiwillig früher gehen lässt (was es ja aus den diversesten Gründen geben soll), kann er erst im April hier anfangen.

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      • schaum schreibt:

        ich denke, wenn er darlegen kann, dass es ihm zum nachteil gereicht, kann er mühelos vor gericht die gesetzliche frist einfordern……und die ist vier wochen zum monatsende, aber egal 🙂

        es schäumt eigeneerfahrung

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        • breakpoint schreibt:

          Das fände ich aber äußerst unfair gegenüber seinem jetzigen Arbeitgeber, mit dem er diese Kündigungsfrist ja vertraglich fest vereinbart hat.

          Und einen Angestellten, der gerichtlich gegen seinen Arbeitgeber vorgeht, wollen wir sicherlich nicht.

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          • schaum schreibt:

            das denk ich mir, aber in der regel erreicht man auf dieser basis eine gütliche einigung ohne vor gericht zu gehen…..aber wie gesagt, es waren nur meine gedanken dazu. würde ich kündigen, würde jemand mit mir gemeinsam den schreibtisch aufräumen und mich nach hause bringen auf nimmerwiedersehen…..einfach um zu verhindern, dass ich noch etwas mitnehme…..

            es schäumt dasszenario

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            • breakpoint schreibt:

              Sicher, aber diese lange Frist ist ja auch dafür gedacht, dass der bisherige Arbeitgeber ausreichend Zeit hat, einen Nachfolger zu finden. Das geht – gerade bei Führungspositionen – i.A. nicht von heute auf morgen.

              Falls es bereits früher einen Nachfolger gibt, ist der bisherige Arbeitgeber aber vermutlich bereit, die Auflösung des Beschäftigungsverhältnisses schon vorzuziehen.

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  3. Berna schreibt:

    Der Bewerber ist als Diabetiker schwerbehindert.
    Ich hoffe mal das war ein Witz?
    Diabetiker zu sein ist zwar nicht besonders witzig, aber heutzutage kann man ziemlich gut damit leben.
    Und ich denke, damit dass er schon jetzt in einer Führungsposition arbeitet, zeigt er dass die Krankheit seine Arbeit nicht einschränkt.
    Ich gratuliere noch zum Jubiläum und ich freue mich noch gaaaaaanz viele weitere Texte von dir lesen zu können.
    Berna

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    • breakpoint schreibt:

      Nein, kein Witz.
      Ich kenne die genauen Regelungen nicht (in der Schweiz schon gar nicht), aber es ist wohl so, dass ein Diabetiker als schwerbehindert anerkannt sein kann.
      Dafür gelten besondere gesetzliche Bestimmungen.

      Wir gehen ja durchaus davon aus, dass er die Position ohne Einschränkungen übernehmen kann, und wollen ihn einstellen.
      Da ist jetzt die Personalabteilung am Zug.

      Danke für die Jubiläumsgratulation. Ich bemühe mich, weiterhin häufig zu bloggen.

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  4. breakpoint schreibt:

    FünfhundertsiebenundzwanzigVor einigen Wochen hatte ich gebloggt, dass einer meiner Mitarbeiter gerne zur Entwicklung wechseln würde. Das war dann am Veto des Geschäftsführers gescheitert, der keine Neueinstellung erlaubte, sondern höchstens einen internen Wechsel.
    Jetzt hat si…

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  5. Pingback: Fünfhundertsiebenundzwanzig | breakpoint

  6. Pingback: breakpoint’s Wayback Archive #26 //1829 | breakpoint

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