Vierhundertachtundneunzig

Wie ich bereits geschrieben hatte, waren wir gestern Abend bei einem Geschäftsessen weiter weg.

Es fand in einem großen Hotel statt. Es waren schätzungsweise vierzig bis fünfzig Gäste dort.
Das pompöse, „maritime“ Buffet schien ziemlichen Zuspruch zu erhalten. Aber ich kann diesem Austern-, Kaviar- und Sushizeugs nichts abgewinnen. Wem schmeckt denn so etwas? Die Leute würgen es sich doch nur hinein, weil es teuer ist.

Ich begnügte mich also mir etwas Lachs. Auch diesen gab es nur in seltsamen Röllchen mit einer undefinierbaren Füllung, von der mir schlecht wurde.
Die Cocktailwürstchen, die getrennt durch Obststücke auf Spießchen aufgesteckt waren, sah ich leider erst danach. Sonst heitert es mich immer auf, mir Cocktailwürstchen wortwörtlich auf der Zunge zergehen zu lassen, aber diesmal verstärkte allein der Gedanke daran meine Übelkeit.
Der Nachtisch war auf vergleichsweise großen Tellern angerichtet, auf denen sich aber fast nichts befand. Irgendwelche seltsamen Cremes mit noch exotischeren Garnituren, bei denen sicherlich etliche Köche vorher daran herumgeschmiert hatten. Und wer weiß, wo die vorher alle ihre Finger hatten.

Natürlich musste Carsten sich auch mit dem Gastgeber und anderen Gästen unterhalten. Ich sagte eigentlich gar nichts, bemühte mich nur zu lächeln, wenn ich angesprochen wurde. In meinem Magen rumorte es. Anderenfalls hätte ich es bestimmt nicht so akzeptiert, dass Carsten mich nur als seine Ehefrau vorstellte, wo ich mich doch in erster Linie als seine Geliebte sehe.
Carsten fiel es irgendwann auf, dass ich kaum etwas aß und ungewöhnlich still war, und ich gab zu, dass mir übel sei. Daraufhin verabschiedeten wir uns vom Gastgeber, und fuhren in das Hotel, in dem wir ein Zimmer gebucht hatten.

Nachdem ich mich eine halbe Stunde lang hingelegt hatte, ging es mir wieder viel besser, und ich hatte plötzlich einen Riesenhunger.
Carsten ließ den Zimmerservice eine gemischte Kuchenplatte bringen. Bis auf die Butterkremtorte war der Kuchen sehr lecker, und ich aß ziemlich viel davon. Wir machten dann noch einen kleinen Abendspaziergang, bevor wir endgültig zu Bett gingen.

Nach dem Frühstück am Morgen fuhren wir schließlich zurück, und kamen vor etwa einer Stunde an.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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18 Antworten zu Vierhundertachtundneunzig

  1. Geeforce schreibt:

    Ich kenne solche Buffets…und obwohlich Sushi sehr gerne esse, bin ich bei solchen öffentlichen Ausspeisungen vorsichtig geworden. :yes:
    Man weiss schliesslich nie, ob sich die Leute bevor sie zulangen auch die Hände gewaschen haben.8|

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  2. sternmoney schreibt:

    Na ja wenn mal das essen nicht so ist wie man es gewohnt ist sollte man etwas anderes ausprobieren!
    Also essen was man kennt und was einem schmeckt!

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  3. WWWTYREL schreibt:

    Moin
    Bei manchen Schwangeren beschränkt sich die Übelkeit nicht nur auf den Morgen. Und Du solltest von rohen Fisch sowieso die Finger lassen aus eben dem Grund.
    Hoffe Du lässt uns noch weiter teilhaben an Deinen geistigen Ergüssen ^^
    Schönen sonnigen Tag noch
    LG
    WWW

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  4. ednong schreibt:

    Herrlich. Das werden ja sicher noch weitere interessante Einträge. Normalerweise kalibriert sich dein Geschmackssinn dann nach der Geburt wieder neu. Und mit dem nächsten Kind dann wieder … 😉

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  5. Senfgnu schreibt:

    Hm. Die Aussage, dass Sushi nur gegessen wird, weil es teuer ist, finde ich etwas gewagt. Ich bspw. mag das recht gern und teuer ist das nun auch nicht unbedingt. Sicher, jeden Tag muss das nicht, aber hin und wieder schon recht angenehm.

    Bei Buffets esse ich allerdings nur, wenn ich den Koch persönlich kenne. Sowas zuzubereiten ist nicht wirklich gefragt beim Personal und führt oft zu Ergebnissen, die ich mir nicht unbedingt einwerfen möchte.

    Und zum Thema, was man als Schwangere alles essen darf und nicht, möchte ich meine aktuell schwangere Chefin zitieren: „Toll, soll ich nun verhungern oder was?“

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    • breakpoint schreibt:

      OK, Sushi scheinen tatsächlich einige Leute zu mögen. Über Austern oder Kaviar habe ich dagegen noch niemals eine wirkliche Begeisterung gehört.

      Verhungern werde ich nicht gleich. Es gibt noch genug, auf das ich Appetit habe, und extrem ungesunde Lebensmittel habe ich auch früher schon nicht gegessen.

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      • engywuck schreibt:

        Austern sind gegrillt gar nicht schlecht – aber dafür eindeutig zu teuer. Roh find ich schmecken sie nach Meer (nicht mehr!) oder Zitrone, so man welche drauftut. Und ab dem zweiten Dutzend sind sie auch ohne weiteren(!) Ekel runterwürgbar. Jedenfalls wenn die Alternative rohe Meeresschnecken ist… (die sehen aus wie überdimensionale Rotzbollen)

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  6. Pingback: breakpoint’s Wayback Archive #26 //1829 | breakpoint

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