Vierhundertzweiundsiebzig

Allmählich werden meine Mitarbeiter wieder aufmüpfig. Man könnte doch meinen, die Abmahnungen damals hätten ihnen gereicht.

Ich hatte eine Besprechung mit einem Teil meiner Mitarbeiter für den frühen Nachmittag, also praktisch nach der Mittagspause, anberaumt.
Bei sämtlichen Besprechungen erwarte ich Pünktlichkeit – ich bin das schließlich auch – oder zumindest eine begründete Entschuldigung.

Einer der Mitarbeiter kam mit etwa 20 Minuten Verspätung – also sogar noch nach dem akademischen Viertel – in den Besprechungsraum, und wollte sich gleich unauffällig dazusetzen.
Ich fragte ihn nach dem Grund für seine Verspätung.
„Äh, ich hatte Probleme mit meinem Ständer“
Es gelang mir, keine Reaktion zu zeigen.
„.. von meinem Fahrrad, meine ich.“
„Was war mit Ihrem Fahrradständer?“, fragte ich mit gerunzelter Stirn.
„Äh, der klemmte irgendwie, und ließ sich nicht runterho.. äh .. klappen.“
„Wenn es Ihrem .. Fahrrad an Standfestigkeit mangelt, sollten Sie in Zukunft früher anfangen, damit Sie rechtzeitig .. kommen.“

Ach, ich hätte mir besser diese vieldeutige Antwort verkneifen sollen, und stattdessen weiter auf unterkühlte Chefin machen sollen, aber da war es mir schon rausgerutscht. Wenigstens habe ich ihn nicht nach seinem Flickzeug gefragt.
Der Mitarbeiter setzte sich mit hochrotem Kopf hin, während die anderen schadenfroh vor sich hin grinsten.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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26 Antworten zu Vierhundertzweiundsiebzig

  1. plietschejung schreibt:

    ich hasse Unpünktlichkeit. Ist ja wie in Frankreich 😉

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  2. ednong schreibt:

    Tsts,
    da bemüht sich der Mitarbeiter, mit dir zu kommen und dann lässt du ihn abblitzen, weil er zu spät kam. Also nee, der arme Kerl.

    Vielleicht sollte er sich einen Doppelständer holen. Fürs Fahhrad. Die klemmen im Allgemeinen nicht. Und beim Flickzeug aufpassen, dass er nicht das falsche kauft.

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  3. House-of-mystery schreibt:

    Also coole Antworten hast du wirklich drauf ! 🙂 Gefällt mir !

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  4. gelschter User schreibt:

    Typisch Rechenknecht in Frauengestalt.
    Hattest du in irgendeiner Art schon einmal Kontakt mit einem Fahrrad? Wusstest du, dass man mit Flickzeug lediglich Fahrradreifen reparieren kann und keine Fahrradständer?

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  5. Pingback: breakpoint’s Wayback Archive #24 //1803 | breakpoint

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