Vierhundertsiebenundsechzig

Wir haben es uns so halbwegs angewöhnt, abends noch einen kleinen Spaziergang zu machen. Oft im Zusammenhang mit einem Restaurantbesuch. Etwa eine halbe bis ganze Stunde, je nach dem, wie wir Lust haben, aber auch nur, wenn das Wetter mitspielt.
Der Abendspaziergang ist natürlich nur möglich geworden, weil Carsten jetzt deutlich weniger arbeitet als früher.

So waren wir auch gestern abend unterwegs. Wir dehnten den Spaziergang etwas weiter aus als gewöhnlich, weil das Wetter recht angenehm war und wir uns angeregt unterhielten, so dass wir gar nicht so sehr auf den Weg achteten.
Ich hatte keine Strümpfe an und Sandalen, die noch nicht so recht eingelaufen waren. Und so verwundert es nicht, dass ich mir Blasen lief.

Als rechts des Weges eine etwa hüfthohe Mauer begann, ließ ich mich darauf nieder, und zog die Sandalen aus. An einem Fuss waren nur Druckstellen zu erkennen, am anderen bereits eine blutige Blase.
„So kannst du nicht zurücklaufen“, meinte Carsten entsetzt, als er sie sah.
„Das geht schon irgendwie. Muss halt die Zähne zusammenbeißen. Hast du ein Pflaster dabei, damit ich die Blase abkleben kann?“
„Bedaure, nein. Wir sollten überlegen, wie wir zurückkommen.“
„Keine Ahnung, wo die nächste Bushaltestelle ist. Wahrscheinlich fährt jetzt um die Zeit ohnehin nur noch jede Stunde ein Bus.“

„Ich dachte eigentlich eher an ein Taxi.“
„Klar. Hier fährt ganz bestimmt innerhalb der nächsten drei Minuten ein Taxi vorbei.“
„Spar dir deinen Sarkasmus. Es gibt so etwas wie Handys …“
„Was du nicht sagst!“
„Und wie es der Zufall will, habe ich meines sogar dabei.“

Er suchte erst das nächste Straßenschild, um uns lokalisieren zu können, und telefonierte dann kurz mit seinem Handy. Nach etwa zehn Minuten war das Taxi da.

Wenn ich alleine mit dem Taxi fahre, setze ich mich für gewöhnlich nach vorne, weil es da mehr Beinfreiheit gibt. Ich decke meine Beine grundsätzlich als Beifahrer mit einem Tuch oder einer Zeitung ab, um den Fahrer nicht unnötig vom Straßenverkehr abzulenken.
Aber da ich zusammen mit Carsten unterwegs war, setzten wir uns beide nach hinten, und ließen uns innerhalb weniger Minuten nach Hause fahren.
Daheim gönnte ich mir noch ein Fußbad.

Heute ist die Blase schon wieder viel besser. Ich werde aber vorsichtshalber lieber Strümpfe anziehen, wenn ich nachher aus dem Haus gehe.

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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5 Antworten zu Vierhundertsiebenundsechzig

  1. plietschejung schreibt:

    Autsch, dann gute Besserung.
    Kluge Entscheidung mit dem Taxi.

    Schönen Tag !

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  2. gelschter User schreibt:

    Ich hatte jetzt erwartet, dass du uns stolz von einem Quickie hinter der Mauer berichtest und uns überaus allwissend erläuterst, wie man das am besten bewerkstelligen könnte, ohne dabei von vorbeigehenden Passanten erwischt zu werden.

    Hast du etwa Bedenken, dass dein Blog das gleiche Schicksal (du würdest jetzt sicherlich Fatum dazu sagen) ereilen könnte analog dem Blog von remi1?

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    • breakpoint schreibt:

      Tja, nicht alle Erwartungen gehen in Erfüllung.
      Da kann ich dir leider nicht weiterhelfen.

      Mit Blasen am Fuß vergeht einem schon etwas die Lust, und die Stelle war auch nicht geeignet.
      Nicht viel später waren wir ja wieder daheim ..

      Ja, wirklich bedauerlich für dich, dass du Remi’s interessante Einträge nicht mehr lesen kannst.

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      • gelschter User schreibt:

        Wieso meinst du, ich könnte die Einträge von remi1 nicht mehr lesen? Jeder kann sie lesen, zumindest die neuen. Geht alles wie geschmiert mit diesem tollen Link für „Volljährige“.
        Nach den alten Einträgen zerreist sich eh keiner mehr. Schade nur um die schönen Kommentare.

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