Vierhundertfünfundsechzig

Ich hatte den ganzen Vormittag daheim gearbeitet, dann in der Stadt eine Kleinigkeit zu Mittag gegessen, und kam deshalb erst ziemlich spät ins Büro.

Sofort sprach Kathrin mich an: „Du Anne, ich würde gerne mal mit dir reden.“
„Ja?“, erwiderte ich sehr kurz.
„Vielleicht können wir in dein Büro?“
„OK. Bring einen Kaffee mit.“

Einige Minuten später saßen wir einander gegenüber.
„Also“, begann Kathrin, „ich habe noch mal mit Johnny gesprochen. Er meint, also, wenn du .., wenn es dir wirklich ernst ist, ihn zu heiraten, also, ich meine, äh, Johnny meint, dass ich ja gar nicht sicher weiß, wie das wirklich zwischen euch ist, ja, und, äh, also, wenn du ihn heiraten willst, dann solltest du deine eigenen Fehler machen dürfen und so.“
„Willst du damit sagen, dass wir jetzt dein Placet für die Hochzeit haben?“
„Äh, ja, sozusagen. Und wenn das mit der Einladung noch gilt, dann würden wir gerne kommen.“
„Gut. Dann wird es aber Zeit, dass du deinen Urlaub dafür beantragst.“ Ob ihr Chef ihr Sonderurlaub dafür gewährt oder nur normalen Urlaub, das überlasse ich jetzt ihm. „Und ruf Sabine wegen der organisatorischen Punkte an.“

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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16 Antworten zu Vierhundertfünfundsechzig

  1. plietschejung schreibt:

    Das heißt dann wohl „zu Kreuze kriechen“.
    Hat sie sich wirklich berappelt oder hat sie nur Angst, was zu verpassen ? Allein der Satz, dass du deine eigenen „Fehler“ machen darfst, hätte mich nicht motiviert, sie doch einzuladen.

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    • breakpoint schreibt:

      Naja, so schlimm, wie sie hier im Blog wohl rüberkommt, ist sie jetzt auch nicht.
      Sie hat durchaus ihre guten Seiten.
      Obwohl ich mich in letzter Zeit oft über sie ärgern musste, erinnere ich mich auch an so manche positiven Erlebnisse.
      Deshalb ist es schon OK, dass sie bei der Hochzeit dabei ist.

      Inwieweit die 180°-Wende jetzt nur passiert ist, weil sie oder Johnny (von dem der „Fehler“-Satz offenbar stammt) vielleicht gerne an Hochzeiten teilnehmen, weiß ich nicht.

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      • Delicatus schreibt:

        Das ist zu hoffen, dass sie im richtigen Leben positiver sind, als in Deiner Beschreibung. Bei Johnny muss ich immer an einen zugekifften Johnny Depp denken und bei Kathrin habe ich auch ein Bild vor Augen, dass ich nicht unbedingt beschreiben will. Es ist zumindest nicht besonders positiv. Aber so ist es mit der buckligen Verwandschaft.

        Gestern beim Arzt in einer Zeitschrift noch die ultimativen Hochzeit-Tipps gelesen: Sparen sie nicht beim Alkohol, bei der Location und bei der Band/DJ.

        Machst Du eigentlich noch einen Junggesellinnen Abschied?

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  2. sweetsurrender schreibt:

    Och ist doch irgendwie sympathisch.
    Für viele Menschen ist es schwer über den eigenen Schatten zu springen. 🙂

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  3. remi1 schreibt:

    Irgendwann kriegen sich die meisten Menschen ein. Manchmal muss man einen Gedanken erst mal gären lassen.

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  4. ednong schreibt:

    Ich mußte nachschauen: Placet kenn ich nur mit der Bedeutung Klageschrift. Das wäre wohl eher das Gegenteil des Gemeinten gewesen.

    Ich tippe mal, Kathrin hat noch was auf Lager. Und wenn sie ihre „Zustimmung“ zu eurer Hochzeit nur als Entschuldigungs-Argument benutzt für ihre Fehler, die sie noch befürchtet zu machen (in euren Augen). Ich bin ja dann schon gespannt auf die Berichte von dem Hochzeitstage und den Tagen danach, ganz besonders bzgl. Kathrin. Sie ist mit der Hochzeit definitiv nicht einverstanden, wenn ich deiner Schilderung des Gesprächs Glauben schenke.

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