Vierhundertvierundfünfzig

„Sag, wie hältst du’s mit der Religion?“

Was Gretchen damals Faust fragte, ist ein Thema, das in meinem Blog zwar schon gelegentlich angeklungen ist, das ich aber bisher niemals detailliert betrachtet habe.
Im Zusammenhang mit der bevorstehenden Hochzeit kam aber einige Male die Frage nach einer kirchlichen Trauung auf, und so erlaube ich mir heute diesen kleinen Exkurs.

Ich selbst bin Naturwissenschaftlerin und glaube – genau wie Carsten auch – nicht an irgendwelche Mythen.
Meine Verwandten sind praktisch alle katholisch, die meisten von Carsten sind evangelisch, oder was-weiß-ich.
Das ist ohnehin alles nur Hyperfeinstruktur.
Aus meiner Perspektive betrachtet, sind Christentum, Judentum, Islam alles das gleiche. Und Hinduismus, Buddhismus, Spaghettimonster, Astrologie, Homöopathie oder was-auch-immer nicht viel anders.

Ich möchte aber bestimmt niemanden bekehren. Wenn jemand mit seiner Religion oder Weltanschauung glücklich ist – bitte sehr. Solange er damit niemandem schadet, und nicht versucht mich zu indoktrinieren, ist mir persönlich das ziemlich gleichgültig.

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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26 Antworten zu Vierhundertvierundfünfzig

  1. judex schreibt:

    Die meisten Menschen sind nur Christen, weil vor einigen Jahrhunderten beim Augsburger Religionsfrieden die Regel aufgestellt wurde: „Cuius regio – eius religio.“ Damals haben die Landesherren die Religion der Untertanen bestimmt, wobei oft das Geld den Ausschlag gegeben hat, und die braven Bürger haben diese aufgezwungene Religion bis heute beibehalten.
    Und noch ein Lesetipp: „Teufel, Teufel! Das Buch der unfrommen Geschichten“.
    http://die-andere-seite.jimdo.com/

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    • breakpoint schreibt:

      Ja, und nicht nur hierzulande, sondern weltweit geben Eltern, das was sie glauben (oder zu glauben meinen) an ihre Kinder weiter. Generation um Generation.
      Die meisten Leute übernehmen ihre Religion völlig kritiklos von ihren Vorfahren oder Umgebung, ohne das jemals in Frage zu stellen.
      Sie praktizieren irgendwelche Rituale, ohne ernsthaft über deren Sinnhaftigkeit nachzudenken.

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  2. baerlinerin schreibt:

    …deine Einstellung trifft mich! – ICH glaube an Spaghettimonster!!! 😛

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  3. DerMaskierte schreibt:

    Ich bin gespannt, wann Religionen – nicht Glauben – als kollektive Geistesstörung anerkannt und diagnostiziert werden.

    Religionen und ihre Vortänzer sind doch nur internationale Konzernmitarbeiter eines – in meinen Augen – riesigen Verbrecherkartells mit staatlich geförderten Sonderbefugnissen.

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    • breakpoint schreibt:

      Da kann ich dir nicht widersprechen.

      Ich fürchte nur, dass viele Leute ohne das Opium der Religion ziemlich orientierungslos wären.
      Die Angst, z.B. „in die Hölle zu kommen“, verhindert sicherlich so einige unethische Handlungen.

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      • DerMaskierte schreibt:

        Das mag vielleicht für die Länder gelten, in denen Bildung noch nicht so verbreitet ist, wie hier. Aber denkst du wirklich, dass in Deutschland noch jemand wirklich Angst vor der Hölle hat, außer diverse alte Menschen?

        Nein, unethische Handlungen werden nur noch verhindert, hierzulande, weil sie auch mit ordentlich Knast belohnt werden. Aber im Dunklen, wo keiner hinschaut und die Leute sich sicher vor dem Gesetz fühlen…

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        • breakpoint schreibt:

          Auch heutzutage gibt es noch solche Leute (ich kenne ein paar), obwohl es vermutlich wesentlch weniger sind, als noch vor ein paar Jahrzehnten.

          Inwieweit Gefängnisstrafen wirklich als Abschreckung taugen, darüber könnte man diskutieren (was ich nicht vorhabe, da mir das Thema nicht wichtig ist).
          Es muss auch nicht gleich um Mord und Todschlag gehen. Es gibt auch viele kleinere Verfehlungen, bei denen keine „irdische“ Strafe droht.

          Außerdem existieren auch kirchliche Hilfsorganisationen.
          Ohne ehrenamtliches Engagement von Gläubigen (die sich dadurch Vorteile im Jenseits erhoffen) müssten wir Steuerzahler zusätzlich noch deren sozialen Wohltaten finanzieren.

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          • DerMaskierte schreibt:

            Da wir bereits das Bodenpersonal der Kirche in Deutschland von unseren Steuern bezahlen, würde sich nichts ändern. Übrigens kenne ich die Zustände innerhalb dieser kirchlichen Hilfsorganisationen sehr gut und möchte sowohl die Bezahlung als auch der Umgang mit den Mitarbeitern gar unchristlich nennen. Die Kirche möchte eben nur an ihren eigenen Maßstäben gemessen werden, wenn es ein Vorteil für sie bringt.

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  4. Gentleritter schreibt:

    dieser aggressive Atheismus, der hier verbreitet wird, geht mir ziemlich auf den Senkel. Ihr könnt gerne euch hinter eurem Nihilismus verbarrikadieren, aber noch sind wir das christliche (sic!) Abendland und ihr alle profitiert davon.

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    • DerMaskierte schreibt:

      Das Christentum hat aber auch verdammt viel Dreck am Stecken. Das, was heutzutage unter Christentum verstanden wird, heißt eigentlich Humanismus und kommt ganz ohne Metawesen und Fegefeuer aus.

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    • breakpoint schreibt:

      Moment mal!

      1. liegt mir Aggressivität fern.
      Ich verbreite hier zwar meine Auffassung, sehe das aber gelassen und bin tolerant gegenüber anderen Meinungen.
      Soll ruhig jeder nach seiner Façon selig werden.

      2. war von Atheismus gar nicht die Rede.
      Es gibt atheistische/antitheistische Strömungen, die gezielt gegen Gott/Götter gerichtet sind.
      Davon distanziere ich mich. Wie kann man gegen etwas sein, was gar nicht existiert?
      Agnostizismus oder Nihilismus treffen es auch nicht so recht.
      Ich bin ein Bright und „glaube“ nur an die Natur.

      Zu „christlichem“ Abendland fallen mir vor allem Inquisition, Hexenverbrennungen, Kreuzrittertum etc. ein.
      Ob all das erstrebenswert ist, darfst du selbst beurteilen.

      Dass es hierzulande keine konsequente Trennung von Kirche und Staat gibt, finde ich äußerst bedauerlich.
      Aber auch das ist nur meine rein persönliche Meinung.

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      • engywuck schreibt:

        zum christlichen Abendland gehört aber auch die Einführung eines Strafprozesses, derauf Fakten basieren sollte und nicht auf „Gottesurteilen“, Anzahl der „Zeugen“ etc wie das im Frühmittelalter üblich war. Leider war damals die Folter noch als „Faktengewinnung“ anerkannt (wobei… heute ist das auch nicht anders)

        Verbessert haben das dann allerdings die Humanisten.

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  5. Gentleritter schreibt:

    1. ist das sehr wohl aggressiv. Wieso werdet ihr nicht im stllen Kämmerlein glücklich?
    2. geht es mir darum, dass ihr die Lebensanschauungen anderer angreift. Was ihr selber macht ist natürlich eure Sache
    3. sind Hexenverbrennungen ein bisschen her. Schau mal was Kirchen sonst so machen – heute (!): Kindergärten, Krankenhäuser, Altenbesuche, Kinderfeste, Obdachlosenarbeit, Arbeit mit Jugendlichen, Drogenabhängigen usw. Alles bezahlt mit meinen Kirchensteuern oder durch Ehrenamtliche. Dafür verdiene ich ein Dankeschön von euch und nichts Anderes!

    Übrigens bin ich gar nicht so super gläubig, aber ihr seid schlicht und ergreifend intolerant und ein wenig unkultiviert!

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    • breakpoint schreibt:

      1. Dies ist mein Blog. Ich darf hier – solange ich nicht gegen geltende Gesetze verstoße – schreiben, was ich will.
      Hier herrscht Religions- und Meinungsfreiheit. Ich schade niemandem durch meinen Eintrag.
      Nach ein paar hundert Einträgen habe ich mir jetzt erlaubt, auch einmal das Thema Religion direkt anzusprechen.
      Ich hetze dabei niemanden auf. Ich versuche nicht, andere von meiner Weltanschauung zu überzeugen.
      Was ist daran bitte aggressiv?

      2. Andere dürfen von mir aus Lebensanschauungen haben, wie sie wollen. Sie dürfen auch beliebig darüber bloggen. Ich muss es ja nicht lesen.

      3. Sozialarbeit der Kirchen hatte ich bereits in einem anderen Kommentar selbst angesprochen. Das ist sehr lobenswert.
      Inwieweit die Kirchen das tatsächlich selbst finanzieren und inwieweit der Staat (also auch ich mit meinen nicht gerade niedrigen Steuern), ist allerdings die zweite Frage.
      Ich meide konfessionelle Institutionen in jedem Fall, so weit es mir irgend möglich ist.

      Immerhin bin ich so tolerant, dass du von mir aus „so super gläubig“ sein oder auch nicht sein kannst, wie du magst.

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    • DerMaskierte schreibt:

      Gentleritter, zu Punkt 3: Mitnichten!

      Die Kirchensteuer dient NICHT der Bezahlung des Kirchenpersonals. Auch Organisationen in Trägerschaft der Kirche werden inzwischen zu einem großen Teil, oft gar zu 100% aus dem allgemeinen Steuersäckl, in das auch jeder Konfessionslose einbezahlt, beglichen: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/spardebatte-staat-zahlt-442-millionen-euro-fuer-kirchengehaelter-a-699422.html

      http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/katholische-kirche-kuendigt-kindergaertnerin-kommune-kuendigt-kirche-a-823317.html

      Sind alte Artikel, aber auf die Schnelle habe ich nichts anderes gefunden.

      Und ich wettere so gegen die Kirche, weil ich in meinem Umfeld Menschen habe, die in den sozialen Einrichtungen der Kirche ausgebeutet und wie der letzte Dreck behandelt wurden und teilweise immer noch werden. Dabei stammten die Löhne wiederrum vom deutschen Staat und nicht von der Kirche, die sich aber alle Privilegien rauspickt.

      Du hast vollkommen Recht, wenn du sagst, dass die Menschen, die dort aus tiefem Glauben Gutes tun, unser aller Dank verdienen und wir ihnen Respekt zollen sollen. Aber Religion und die zugehörige Institution Kirche ist ein verbrecherisches Konglomerat, das abgeurteilt gehört.

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  6. Gentleritter schreibt:

    1.) korrekt. Es gilt Meinungsfreiheit. Das muss dann aber auch für die Meinung über die Meinung gelten. Sonst würde ja nur wer zuerst kommt mahlt zuerst gelten. Logisch oder?

    2.) Hört sich ja schon versöhnlicher an..!

    3.) Über drittens kann man ewig streiten. Mir wäre da auch eine klarere Trennung lieber. Kirche als Arbeitgeber kann manchmal nicht so lustig sein.

    … das nächste Mal reden wir dann aber wieder über Sex!;-)

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  7. Auf Bekloppte die sich darüber streiten, ob ihr imaginärer Freund mächtiger sei als der des Anderen kann ich verzichten.
    Ich sehe zu daß mein Karma im Gleichgewicht bleibt. Die Summe der rechtsdrehenden Momente…
    Und Karmapunkte sammel ich komischerweise dort, wo andere schon den Aufenthalt verteufeln.

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  8. breakpoint schreibt:

    SechshundertfünfundfünfzigZur Blogparade des Museumsblogs zum Thema Aberglaube hätte ich eigentlich kaum etwas anderes zu schreiben als das, was ich bereits zum Thema Religion gebloggt habe.
    Als Naturwissenschaftlerin und Bright glaube ich nicht an irgendwelche Mythen, sondern…

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  9. breakpoint schreibt:

    AchthundertDie Gretchenfrage habe ich schon vor längerer Zeit beantwortet, einmal über Aberglauben geschrieben, und kürzlich über die Beschreibung der Natur gebloggt.
    Allmählich ist es auch mal angebracht, meine persönliche Weltanschauung zu erläutern. Niemand m…

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  10. Pingback: Achthundert | breakpoint

  11. Pingback: Sechshundertfünfundfünfzig | breakpoint

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