Vierhundertneunundzwanzig

Es folgt der Diskussion zweiter Teil.

Wir hatten also den Hochzeitstermin festgelegt. Ich muss mich aber erst mal bei der Stadt erkundigen, welche Urkunden u. dgl. wir benötigen werden, und dann alles besorgen. Sollte allerdings kein größeres Problem werden.
Anschließend fahren wir zwei Wochen lang zum Flittern, wobei ich mich mal überraschen lasse.
Der nächste Punkt, den Carsten ansprach, war die Hochzeitsfeier.

Ich gab mich reserviert: „Eigentlich reicht es, wenn wir nur zu zweit feiern.“
„Geh mal davon aus, dass wir die Hochzeitsnacht gründlich zelebrieren werden. Ich dachte immer, alle Frauen, die heiraten, wollen eine schöne Feier dazu. Bei dir überrascht mich zwar eigentlich gar nichts mehr, aber das finde ich denn doch erstaunlich.“
„Hm, ja, eigentlich schon“, druckste ich herum, „aber – sag mal – wen willst du denn eigentlich dazu einladen? Du hast dich doch praktisch mit deiner ganzen Verwandtschaft verkracht.“
„Ach so, ja. Das ist ein Problem. Notfalls laden wir halt nur deine Verwandten ein.“

„Um ehrlich zu sein, glaube ich nicht, dass viele kommen werden, wenn es keine kirchliche Trauung gibt.“
„Verdammt. Dann machen wir halt auch eine kirchliche Trauung. An mir soll das nicht liegen.“
„Erstens will ich das aber nicht, und zweitens wirst du kaum einen Pfarrer finden, der zwei überzeugte Brights traut.“
„Ich sehe schon, es wird mir nichts anderes übrigbleiben, als Verena und Sven zu verzeihen. Dann dürfte auch der Rest der Familie nachziehen. Mit deinen Verwandten wirst du wohl selbst klarkommen müssen.“
„Naja, vielleicht kommen sie, wenn es eine ähnliche Zeremonie gibt, auch wenn ich auf so was lieber verzichten würde.“

„OK. Wir werden wieder diese Hochzeitsplanerin engagieren. Die hat ja letztes Jahr ihren Job ganz gut gemacht. Du erzählst ihr, wie du die Feier genau willst, sie organisiert das dann und schickt mir die Rechnungen.“
„Moment, sollten nicht eigentlich meine Eltern die Hochzeitsfeier bezahlen?“
„Unsinn. Das ist altmodischer Unfug. Ich bezahle. Lass deinen Eltern ihr Erspartes.“
Letztes Jahr bei Fiona’s Hochzeit hatte er noch ganz anders gesprochen. Aber mir soll es recht sein.

„Was ist mit Ringen?“
„Ich will keine.“
„Das habe ich erwartet. Dann muss ich dir wohl mein Brandzeichen verpassen.“
Ich musste lachen: „Ich habe immer noch diesen blauen Fleck am Oberschenkel. Reicht dir das nicht?“
„Dazu muss ich ihn erst einmal begutachten.“

Ich hob bereitwillig meinen Rocksaum und zeigte ihm den blauen Fleck, den er gleich gründlich inspizierte, und die Inspektion auch auf umliegende Bereiche ausdehnte.
Ihr ahnt es schon. Dies beendete praktisch unser Gespräch und verlagerte die Kommunikation auf ein anderes Layer.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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29 Antworten zu Vierhundertneunundzwanzig

  1. schaum schreibt:

    es schäumt gutabgelenkt

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  2. sweetsurrender schreibt:

    Du kannst Dich aber auch zieren 😉
    Magst Du wirklich keine große Feier oder geht es evtl. darum nicht so im Fokus stehen zu wollen?

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    • breakpoint schreibt:

      Eine riesengroße Feier möchte ich wirklich nicht.
      20 bis 30 Gäste wären optimal, da noch überschaubar.
      Aber derzeit sieht es so aus, als ob wir nicht einmal zehn zusammenbekommen.

      Das Im-Fokus-Stehen würde ich schon einmal überstehen. Schließlich heiratet man nicht jeden Tag.

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  3. Moody schreibt:

    Oh Schreck, oh Schreck, oh Schreck, oh Schreck ein (blauer) Fleck 😀 klingt gut!!!

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  4. ednong schreibt:

    Wo hast du nur wieder die Brights hergezaubert?

    Dann warte ich mal gespannt, wann die ersten Posts über deinen eigenen Nachwuchs auftauchen …

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  5. Murgs schreibt:

    Ich sehe da noch eine Menge Arbeit auf euch zukommen.
    Du wirst Dich wundern, was alles geregelt sein will.

    Kirchliche Trauung ist eigentlich recht schön und stimmungsvoll, bei der Predigt geistig einfach auf Durchzug schalten, wenn ihr keinen Top-Pfarrer habt. Besonders bei den Katholiken ist das Herumreiten auf „Seid fruchtbar und mehret euch“ üblich und nervt selbst religiös eingestellte Menschen.

    Ringe: Warum nicht? Ich liebe die Symbolik. Den dummen Spruch vom „Fangeisen“ kann man sich schenken. Es zeigt die Zusammengehörigkeit, wobei ich nicht wenige kenne, die den Ring am einer Kette um den Hals tragen und nicht am Finger.

    Feier: Bei uns hielten sich Freunde und Verwandte etwa die Waage, insgesamt 50 – 60 Personen. Bei der Verwandtschaft war ich rigoros: wer mir nicht passt, wird nicht eingeladen unabhängig vom Grad der Verwandtschaft. Es waren trotzdem Pro-forma-Einladungen dabei von Leuten, denen ich neutral gegenüberstehe.

    Das ihr zeitlich knapp plant ist Euch klar? Wir haben länger gebraucht, obwohl wir meine Schwägerin als Probelauf hatten. – Brautkleid war allerdings aufwendig selbstgeschneidert.

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    • breakpoint schreibt:

      „was alles geregelt sein will“
      Es sind ja noch (fast) zwei Monate Zeit. Das sollten wir schon hinkriegen.

      Kirchliche Trauung kommt nicht in Frage. Auf diese Art „Stimmung“ kann ich verzichten.
      Und das „seid fruchtbar ..“ hatten wir letztes Jahr schon.

      Ringe:
      Brauch ich nicht. Will ich nicht.
      Schmuck u. dgl. nervt mich nur.
      Ich trage keinen mehr, seit ich im Kindergarten mal ein Kettchen verloren habe.

      Feier:
      Über die konkreten Teilnehmer machen wir uns noch Gedanken.
      20 bis 30 Gäste wären optimal, auch 40 noch akzeptabel.

      Zum Brautkleid habe ich bereits meine eigenen Vorstellungen, die ich aber erst noch Carsten beibringen muss.

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      • Murgs schreibt:

        „Es sind ja noch (fast) zwei Monate Zeit.“
        Unterschätze den Behördenparcours nicht. Eine Bekannte hat alle Bescheinigungen besorgt, weil ihr Mann als Ingenieur im Ausland war. Sie geht zum Standesamt das Aufgebot bestellen. „Sie haben das Wichtigste vergessen!!“- „???“ – „Ihren Mann!“, der muß nämlich persönlich anwesend sein. Wir haben das Aufgebot im Anschluss an die Trauung meiner Schwägerin bestellt. Heute muß das nicht mehr aushängen, aber Fristen gibt es immer noch.
        Andere Sachen lassen sich auch nachträglich erledigen. Da kommt noch ein Schwung neuer Papiere wegen Namensänderung auf Dich zu.

        Feier:
        Bei der Größe dürfte es einfacher sein eine Lokalität zu finden, aber unterschätze das nicht und höre Dich schon jetzt um.

        Brautkleid:
        Solange Du Dich nicht zu extrem kleidest, hat der Bräutigam nicht viel (eigentlich gar nichts) zu sagen, nur sein Anzug muß dazu passen.

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        • breakpoint schreibt:

          Aufgebot gibt es schon lange nicht mehr. Das heißt jetzt „Anmeldung zur Eheschließung“.
          Mir wurde vorhin erst bestätigt, dass für die Anmeldung eine Vollmacht des Bräutigams genügt (möglicherweise vom Bundesland oder der Gemeinde abhängig) – ansonsten müsste sich Carsten halt mal eine Stunde Zeit freischaufeln (wenn es ihm wichtig genug ist).

          Ich behalte meinen Namen.
          So kennen mich meine Kunden, und ich habe nicht die geringste Lust, meine Website, Dokumententemplates etc. deswegen zu ändern, geschweige denn die Änderung an andere Behörden, Einrichtungen, Banken etc. zu kommunizieren.
          Ich habe die ganze Bürokratie damals bei meiner Schwester mitgekriegt. Nein, das ist ein absolut unnötiger Aufwand.
          Zwar habe ich dieses Thema bisher noch nicht mit Carsten besprochen, aber falls ihm das nicht passen sollte, kann er ja entweder meinen Namen übernehmen oder die Hochzeit platzen lassen.

          Für die Organisation der Feier leisten wir uns eine Hochzeitsplanerin.
          Da brauche ich mich nicht um jedes Detail zu kümmern.

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          • Murgs schreibt:

            „Anmeldung zur Eheschließung“
            Längerer Name und dafür mehr Formulare und Belege. 😦
            Immerhin kommt man heute per Internet und Email weiter und muß nicht endlos herumtelefonieren.
            Ich wünsch Dir gute Nerven.

            „Ich behalte meinen Namen.“
            Die Frau meines Schwagers auch, aber wenn das Namensrecht nicht schon wieder geändert wurde sieht das so aus: Ihr wählt einen Familiennamen: unter dem werdet ihr getraut (das war der Moment, wo meine Schwägerin austickte) und danach bekommst du das Recht den eigenen Namen weiter zu führen, für Behörden als Doppelname. Also aus Anne Nühm und Carsten Novosyx wirst Du Anne Nühm-Novosyx und kannst weiter als Anne Nühm auftreten. Deine Kinder heißen (ja ich weiß reine Theorie!) Novosyx mit Familiennamen.

            Hochzeitsplanerin:
            Outsourcen ist langweilig 😦

            😉

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            • breakpoint schreibt:

              Die Dokumente sind jetzt alle bestellt. Wenn sie vollständig sind (voraussichtlich im Laufe der nächsten Woche), geht’s weiter.

              Kein Doppelname. Es gibt einen „Ehenamen“ (darf ruhig Carsten’s sein), ansonsten bleiben die Namen wie gehabt.

              „Outsourcen ist langweilig“
              Und wenn schon. Mir machen solche organisatorische Vorbereitungen eigentlich keinen Spaß. Und mir bleibt trotzdem noch genug zu tun.
              Außerdem ist es notwenig. Hab immerhin derzeit zwei Jobs.

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  6. Pingback: breakpoint’s Wayback Archive #21 //1783 | breakpoint

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