Dreihundertsiebzig

Selbstverständlich war ich gestern wieder beim IT-Jour-fixe.
Vorher ging ich noch die Bewerbungen durch, die mittlerweile für die Assistentenstelle eingegangen waren. Über die Kriterien habe ich mich ja früher schon einmal geäußert.

Diesmal war Kathrin wieder bei der Arbeit, und ich hätte gerne die Tradition wieder aufgenommen, mit ihr vorher noch einen Kaffee zu trinken.
Kathrin verhielt sich jedoch ungewöhnlich wortkarg. Ich hatte mich schon fast gewundert, dass sie mich in der vorherigen Woche nicht angerufen hatte. Denn natürlich hatte sie mitgekriegt, dass ich wieder mit Carsten zusammen bin.
„Was ist los?“, fragte ich sie direkt.
„Nichts. Gar nichts.“
„Jetzt sag schon!“
„Ach, ich meine, du hättest bestimmt einen netteren Mann finden können als ihn.“
Wie kommt sie nur immer auf die Idee, dass ich einen netten Mann will? Ein netter Mann wäre mir doch viel zu langweilig.
„Gerade du wolltest doch, dass ich wieder ‚zurückkomme‘, damit sich seine Laune bessert.“
„Das war aber, bevor du mich davon überzeugt hast, dass es mit ihm unerträglich ist.“
„Das habe ich so nie gesagt.“
„Aber es stimmt. Du solltest besser mit einem Mann zusammen sein, der freundlicher und gutmütiger ist.“
„Das ist wohl immer noch meine Entscheidung! Ich rede dir auch nichts in dein Verhältnis mit deinem Johnny hinein.“
„Johnny meint auch, dass Olli viel besser zu dir passen würde.“
„Johnny kennt mich kaum, und Carsten schon gar nicht. Wie kann er das dann beurteilen.“

Ich hatte meinen Kaffee inzwischen ausgetrunken und vor allem genug von diesem unkonstruktiven Gespräch.
Also verabschiedete ich mich von Kathrin und ging schon in den Besprechungsraum, obwohl ich noch etwas zu früh dran war.
Ein paar der IT-ler waren bereits anwesend, unter ihnen Konrad, der dabei war, sein Notebook anzuschließen. Ich nickte ihm kurz zu.

Früher waren die Besprechungen viel interessanter. Jetzt herrscht fast ein eisiges Klima, aber ich werde mich hüten, wieder in alte Gewohnheiten zurück zu fallen.

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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7 Antworten zu Dreihundertsiebzig

  1. Betriebswirt ZRH schreibt:

    .. die Kathrin will ich mal kennenlernen… 😉

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  2. Murgs schreibt:

    Da steht bei Dir wohl eine ganze Menge Arbeit an.
    Irgendwie Nebenwirkungen Deiner Auszeit, wenn teilweise auch nur im „klimatischen“ Bereich. (zwischen den Zeilen lesend eine Frage: Bist Du frustriert?)

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    • breakpoint schreibt:

      Einiges an Arbeit, schon. Aber es hält sich in Grenzen.
      Da ich gestern ein größeres Projekt abschließen konnte, habe ich zeitlich sogar wieder etwas Luft.

      Nee, das frustriert mich nicht. Ist nur ein bisschen schade ..
      So weiterzumachen wie früher geht eben nicht.

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  3. baerlinerin schreibt:

    …also den Wunsch, Kathrin kennenzulernen, hege ich bestimmt nicht. Höchstens, um ihr zu vertickern, das sie keiner nach ihrer Meinung gefragt hat. Aber gut, du hast ja! „Was ist los?“, war also schon falsch… 😉 Und dann kann ich wahnsinnig gut nachvollziehen, dass du Carsten auch von anderer Seite kennst, als all die anderen. Beruf ist Beruf, privat ist privat. Ein Vorgesetzter/Kollege kann zu einem ein Ekel sein, zu seiner Partnerin dagegen ist er wie ausgewechselt. Kennen wir doch alle. Von daher würde ich nur Protest gegen eine Beziehung anmelden, wenn sich der Mann seiner Partnerin in meiner Anwesenheit gegenüber unflätig benähme. Also gib `n Sch*** auf Miss K.`s. Mini-Meinung!!! 😉 LG.

    P.S. „xxx Mistress“ als ReCaptcha… gefällt mir! *grins*

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    • breakpoint schreibt:

      Du hast absolut recht.
      Kathrin kennt ihn ja nur als Chef, und da ist er schon .. äh hm .. sehr autoritär. Ein Ton, den ich mir niemals von ihm bieten lassen würde.
      Aber als abhängig Beschäftigter bleibt Kathrin gar nichts anderes übrig, als nach seiner Pfeife zu tanzen.

      PS: Warum soll das Captcha nicht auch mal zutreffen? ;D

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  4. Pingback: Die Einladung //1497 | breakpoint

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