Dreihundertfünfzig

Wenn mir bewusst gewesen wäre, dass er zu den Sponsoren der Veranstaltung gehörte, wäre ich vermutlich gar nicht hingegangen.

So aber wollte ich wieder einmal etwas für meine Weiterbildung tun und endlich mal wieder unter Leute kommen.
Die Vorträge waren halbwegs interessant, das Buffet beim anschließenden Get-together überdurchschnittlich, und niemand kam auf die Idee, eine Faschingsveranstaltung daraus zu machen.

Als ich gerade im Begriff war, die Toilette aufzusuchen, sah ich ihn plötzlich ein paar Schritte schräg vor mir stehen und sich mit anderen Teilnehmern unterhalten.
Es wäre lächerlich gewesen, abrupt die Richtung zu wechseln. Und so ging ich geradeaus weiter, in der Hoffnung, dass er mich gar nicht bemerken würde.
Ich war schon fast an ihm vorbei, als er sich plötzlich umdrehte und mich erkannte. In seinen Haaren und vor allem dem Bart war einiges an Grau dazugekommen.

Er nickte mir mit versteinerter Miene zu: „Hallo, wie geht’s dir?“
„Sehr gut. Danke. Und dir?“
„Bestens.“
„Na, denn, weiterhin alles Gute.“

Damit schaffte ich es, das Gespräch zu beenden. Ich setzte meinen Weg fort, und er wandte sich nach einem kurzen Nicken wieder seinen Gesprächspartnern zu.

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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11 Antworten zu Dreihundertfünfzig

  1. Magnolia14 schreibt:

    Oh, ein Verflossener?

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  2. idgie13 schreibt:

    Ich würde auf Carsten tippen …

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  3. ednong schreibt:

    Naja, war abzusehen. Die Kunst ist, es richtig zu händeln.

    Du und braves Töchterlein? Ich glaub ja, dein Vater kennt dich nicht richtig.

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    • breakpoint schreibt:

      Wie kann man einen Menschen schon „richtig“ kennen, mit seinen sämtlichen Facetten und Wesenszügen?
      Jeder Mensch (na, zumindest die meisten, nehme ich an) hat doch eine komplexe Persönlichkeit und zeigt doch nach außen nur die Oberfläche.
      Und je nach Perspektive ist nur ein Subset sichtbar.

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  4. Moody schreibt:

    Hm… das musste ja irgendwann passieren. Aber gut mit umgegangen, man muss ja auch nicht so tun, als würde man sich nicht kennen. Ein kurzes Abnicken genügt.

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