Zweihundertachtundneunzig

Habe ich überreagiert? War die Trennung übertrieben und nur „emotional“ ausgelöst?
Hier im Blog habe ich ja immer nur einen subjektiv gefärbten Ausschnitt der Ereignisse niedergeschrieben, möglicherweise (bestimmt sogar!) romantisch verklärt.
Keiner sonst war dabei, niemand von euch kennt uns persönlich, oder weiß Bescheid über alle Hintergründe.

Ich konnte so nicht mehr mit ihm weiterleben. Die Angelegenheit am Donnerstag war nur der Trigger.

Er hat ständig versucht, mich herumzukommandieren und zu kontrollieren.
Er wollte bestimmen, was ich anziehe und was ich nicht anziehe.
Er wollte bestimmen, was ich esse und was ich nicht esse.
Er wollte bestimmen, mit wem ich Kontakt habe, und mit wem ich keinen Kontakt habe (am liebsten hätte er mich ganz weggesperrt).
Er wollte bestimmen, wohin ich gehe, und wohin ich nicht gehe.
(Danke Copy’n’Paste!)

Nein, er hat mich zu sehr in meiner persönlichen Freiheit eingeschränkt und eingeengt.

Dazu kommt noch, dass er ein unverbesserliches Arbeitstier ist. Von mir hat er erwartet, dass ich meine gesamte Zeitplanung absolut nach ihm ausrichte. Statt Arbeit abzubauen, hat er sich ständig neue Aufgaben aufgehalst. Und dabei hatte er mir versprochen, dass er weniger Zeit mit Arbeit verbringen würde.
Sein Versprechen, wieder Kondome zu benutzen, hat er dagegen zwar gehalten, aber mich trotzdem ständig damit genervt, dass er Nachwuchs will. Soll er sich doch jetzt eine junge Gebärmaschine zulegen!

Und überhaupt, er ist ein eiskalter, skrupelloser Geschäftsmann, der meint, mit seinem Geld könne er alles und jeden kaufen.
Ihr habt ja keine Ahnung, wie er manchmal mit seinen Mitarbeitern und Lieferanten umspringt. Nicht grundlos ist Kathrin so eingeschüchtert.
Mir gegenüber war er zwar immer mehr als großzügig, wollte mir sein Geld regelrecht aufgedrängen, aber alle anderen hält er kurz. Allmählich wurde es richtig erdrückend, wie er versuchte, mich immer mehr finanziell und wirtschaftlich von sich abhängig zu machen.
Seine „embrace and suffocate“ Strategie ist diesmal nicht aufgegangen.
Mit „Samtpfötchen“ ist jetzt Schluss.

Zugegeben, beim Sex war er schon phantastisch. Aber nur deswegen alles andere ertragen? Nein!
Mir ist es klar, dass es schwierig werden wird, angemessenen Ersatz dafür zu finden, aber schließlich ist die Welt voll von geilen Männern. Varietas delectat.

Ich habe in dieser Beziehung wirklich viel wegstecken müssen. Manches ja gern – dazu habe ich die innere Größe – anderes aber nicht gern. Das ließ sich nur mit Humor ertragen.

So schnell werde ich mich nicht mehr auf eine Beziehung einlassen, und wenn, dann kommt nur ein pflegeleichteres Modell in Frage.

Bitte habt dafür Verständnis, wenn ich mich in Zukunft nicht mehr zu diesem Thema äußern will.

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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13 Antworten zu Zweihundertachtundneunzig

  1. Blogleser112 schreibt:

    Hallo breakpoint,

    ich finde dieser Post sagt alles und bringt vor allem ein wenig Licht in die vorherigen 2 Posts.

    Biiiiiiiiite verlier die Lust am bloggen nicht. Berichte weiter aus deinem Leben! 🙂

    Ich finde du hast einen sehr schönen Schreibstil.
    Und nachdem wir nun die ganze Zeit mit dir gelitten und uns gefreut haben wäre es schade wenn du in einem schwarzen Loch verschwinden würdest. Oder um es in deiner Sprache zu sagen: DROP table auf den Blog zu machen 😉

    Das Leben geht weiter! Keep on rockin‘!

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  2. ednong schreibt:

    Ah ja,
    das erhellt so einiges. Und zeigt vor allen Dingen die anderen Ecken bzw. die andere Seite ansatzweise.

    Demnach würde ich jetzt sagen, du hast richtig gehandelt. Nur um der Beziehung willen seine eigene Persönlichkeit aufgeben – das ist völlig falsch. Obwohl es ja meist Tendenzen gibt, den Partner nach seinem Idealbild zu gestalten. Meist machen das ja die Frauen …

    Fein, dass du dich hier wieder meldest. Und dann hoffentlich auch weiter bloggst. Über was, das liegt bei dir.

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  3. Der Maskierte schreibt:

    Und das Leben geht weiter.

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  4. Lahti schreibt:

    Das ist ja mehr als verständlich. Habe mich die letzten Wochen immer wieder gefragt warum du dir das gefallen lässt.
    Viel Spaß mit deiner neuen Freiheit. 🙂

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  5. breakpoint schreibt:

    @Blogleser112

    Danke für den Kommentar.
    Sei beruhigt: dieses Blog wird trotzdem weiterbestehen. Da brauchen wir kein SQL.
    Ich habe schon vorher gebloggt und werde auch weiterhin bloggen, auch wenn sich jetzt wohl die Themenschwerpunkte etwas verschieben.

    @ednong

    Ach, es ist so erfrischend, dass mir jemand zugesteht, dass ich bloggen darf, was ich will!
    Und genau das werde ich auch machen!

    @Maskierter

    Danke. Ja, das tut es.

    @Lahti

    Schauen wir mal, was die Zukunft bringt!

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  6. vires schreibt:

    so kann man sich täuschen. bisher kam er da in deinem blog wohl besser weg, als er es verdient hätte.

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  7. Shopaholic25 schreibt:

    Ich freue mich auf das, was dir die Zukunft bringt (es kann nur besser werden). Machte so ohnehin nicht wirklich Sinn. Freiheiten, Selbstverwirklichung und Spaß an der ganzen Sache sind mitunter das A und O. „Die Welt ist voll von geilen Männern“… Ich bin gespannt.

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  8. House-of-mystery schreibt:

    Habe es gerade erstmalig gelesen und muß sagen, eine wirklich ungünstige Situation.

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  9. breakpoint schreibt:

    DreihundertsechzigUnser Verhältnis ist noch etwas fragil, aber ich kann kaum in Worte fassen, wie erleichtert und froh ich bin, dass wir doch wieder zusammengefunden haben.

    Rückblickend waren diese zweieinhalb Monate der Trennung die traurigste Zeit in meinem Leben. …

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  10. Pingback: Dreihundertsechzig | breakpoint

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