Zweihundertsiebenundneunzig

Ich habe gerade Kathin angerufen, damit sie nachher vorbeikommt, um seine Sachen abzuholen und ihm ins Büro zu bringen.

Es hat sich doch ziemlich viel angesammelt, von der Zahnbürste, über einiges an Kleidung, bis hin zu Büchern und DVDs. Ich habe das alles in eine große Schachtel gestopft, und es ist mir völlig egal, wenn seine Schuhe die anderen Gegenstände beschmutzen.
Den flauschigen Teppich im Flur soll er ruhig auch kriegen. Den hat er eh nur gekauft, damit ich nicht so unbequem auf dem Fußboden liegen musste, wenn er immer so ungeduldig die Wohnung betrat.
Mit dem riesengroßen Bett ist das natürlich eine andere Sache. Das lässt sich nicht so einfach transportieren. Falls er es haben will – was ich nicht glaube – , muss er selbst den Transport organisieren. Ich hätte natürlich dann ein Problem und müsste mir auf die Schnelle ein neues besorgen. Mein altes, das ihm ja „auf Dauer zu kurz“ war, haben wir damals verschrottet. Naja, es hatte schon auch einige Gebrauchsspuren. Vor allem aber gefiel es ihm wohl nicht, dass das Bett schon vor seiner Zeit einiges mitgemacht hatte.
Ich druckte die Zugangsdaten für die Facebook-, Xing- und Twitter-Accounts aus und legte den Zettel in einen Briefumschlag, den ich zuklebte. Auf diesen schrieb ich groß seinen Namen, sowie „Vertraulich“ und „Nur persönlich öffnen“. So, dann kann er mit den Social Media Accounts seiner Firma machen, was er will, und ich habe nichts mehr damit zu schaffen. Ich werde Kathrin einschärfen, dass sie ihm diesen Brief direkt gibt und auf seine Wichtigkeit hinweist.

Die Uhr behalte ich. Die hat er mir geschenkt, als wir noch Freunde waren.
Die meisten anderen Geschenke habe ich längst aufgegessen. Nur bei den Sachen von meinem Geburtstags-Shopping bin ich im Zweifel. Allerdings könnte er sowieso nur etwas mit dem Monitor anfangen. Wenn er den haben will, kann er ihn ja abholen lassen.

Und dann will ich natürlich auch meinen ganzen Kram zurück. Ein paar Dinge sind wohl im Firmengebäude, das meiste aber in seinem Haus. Das soll Kathrin mir möglichst bald bringen. Wie sie das organisiert, ist ihre Sache. Schließlich hat sie mir auch die ganze Suppe eingebrockt. Soll sie das am besten in ihrer regulären Arbeitszeit erledigen, und auch darauf bestehen, ihre Fahrtkosten als Reisespesen abzurechnen.

Später räume ich dann sämtliche High Heels erst mal in den Abstellraum. Vorläufig brauche ich die nicht mehr.

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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4 Antworten zu Zweihundertsiebenundneunzig

  1. ednong schreibt:

    Du reagierst jetzt emotional und ich denke vorschnell. Ich kann dich als auch Carsten nur anhand deiner Beschreibungen hier beurteilen – ich denke, du würdest besser fahren, wenn du nicht so reagierst, sondern einfach abwartest. Und ihr beide nach einer Lösung suchen würdet.

    Klar, du kannst dir relativ sicher sein, dass er dich nicht verlieren will. Aber solch eine Reaktion?

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    • breakpoint schreibt:

      Ich will einfach nichts mehr mit ihm zu tun haben.
      Dafür gibt es eine ganze Reihe vernünftiger Gründe.
      Aus meinen bisherigen Einträgen lässt sich das vermutlich nicht nachvollziehen, weswegen ich vielleicht dafür einen Eintrag schreiben werde.

      PS: Deine Mail habe ich dankend erhalten.

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  2. breakpoint schreibt:

    FünfhundertachtVielleicht erinnert sich der eine oder andere Leser noch daran, dass ich letztes Jahre irgendwann Social Media Accounts für Carsten’s Firma angelegt hatte.
    Der damalige CMO hatte sich furchtbar darüber geärgert, und immer wieder von mir die Herausgabe…

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  3. Pingback: Fünfhundertacht | breakpoint

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