Zweihundertfünfundneunzig

Ich komme gerade vom Einkaufen zurück. Ich war auch beim Bäcker, und wieder einmal ist mir aufgefallen, wie freundlich dort die Verkäuferinnen immer zu allen Kunden sind.

Das ist doch irgendwie unnatürlich, fast unheimlich.

Ich halte mich selbst für keinen unfreundlichen Menschen. Ich sage Hallo und Auf Wiedersehen, Bitte und Danke (während gewisse andere Leute letztere Worte weitgehend aus ihrem aktiven Wortschatz gestrichen haben). Ich verschenke das eine oder andere nette Lächeln. Ich bin – wenn auch in vernünftigen Grenzen – durchaus hilfsbereit.

Doch in solchen Situationen, in denen ich mit Kunden zusammentreffe, bin ich immer nur kurzzeitig (von einem gewissen Kunden mal abgesehen, mit dem ich aber auch ein ganz spezielles Kommunikationsprotokoll pflege).
Wie machen das Verkäuferinnen, Krankenschwestern, Taxifahrer, und alle anderen, die ständig mit Kunden/Patienten/Klienten/Gästen/Freiern zu tun haben? Wie schaffen sie es, den ganzen Tag oder die ganze Schicht lang immer freundlich und zuvorkommend zu bleiben? Insbesondere, wenn sie vielleicht selbst mal schlecht gelaunt sind?

Ich habe größte Hochachtung vor allen Leuten, denen dies natürlicherweise gelingt, ohne sich verrenken zu müssen. Für mich selbst kann ich mir das allerdings nicht vorstellen.
Und diejenigen, bei denen die Freundlichkeit falsch und nur einstudiert ist, sollten sich ruhig einmal trauen, authentischer aufzutreten, anstatt einen einzuschleimen.

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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9 Antworten zu Zweihundertfünfundneunzig

  1. Der Maskierte schreibt:

    Da ich auch mal zur Aufbesserung meines Taschengeldes im Einzelhandel gejobbt habe, kann ich dir die Antwort geben:
    Man zehrt von den ganzen netten Kunden, insbesondere die netten Stammkunden, die einem auch was zurück geben. Und sei es nur ein ehrliches, offenes Lächeln und ein paar freundliche Worte.

    Bei Arschlöchern freundlich und zuvorkommend zu bleiben, lernt man auch – in dem man sich von diesen innerlich distanziert und sich zu etwas besserem deklariert.

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    • breakpoint schreibt:

      Du hast ja, wenn du Support leistest, auch immer wieder mit Kunden zu tun (oder war das nur in Alt-Maskenstadt der Fall?).

      Ab und zu gibt es doch mal einen Tag, an dem nichts zu klappen scheint. Gleich früh beim Aufstehen findet man einen Hausschuh nicht, kippt dann den Kaffee aus, dann kommt beim Booten eine Fehlermeldung, usw., und die netten Kunden glänzen durch Abwesenheit.

      In solch einer Situation seine schlechte Laune den Kunden nicht spüren zu lassen, erscheint mir nahezu unmöglich.

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      • ednong schreibt:

        Eigentlich ganz einfach: Du sagst dir, der Kunde kann nix dafür – für deine schlechte Laune oder was auch immer. Und bist dann extra freundlich zu ihm.

        Dem Kunden gehts dann gut und dir irgendwann auch. So schwer ist es nicht. Man muß einfach nur verinnerlicht haben, dass man Kundendienst/Service in welcher Form auch immer leistet. Und es für beide angenehmer ist, wenn es freundlich läuft.

        Und bei den Ar*chlöchern da hab ich mir immer einen Spaß draus gemacht, die extra freundlich zu behandeln und dennoch böse abzukanzeln. Dann natürlich so, dass sie es nicht merken …

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        • breakpoint schreibt:

          Aha, ähnliches hatte ich ja schon vermutet: wird man „extra freundlich“ bedient, ist das kein gutes Zeichen.

          Nö, statt aufgesetzter, falscher Freundlichkeit ist mir persönlich sachlich-nüchterne Höflichkeit lieber.

          Dass man Kunden nicht frech oder grantig begegnet, ist allerdings selbstverständlich (wenn auch manchmal schwierig).
          Der „extra freundliche“ Kundenservice ist speziellen Stammkunden vorbehalten. 😉

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          • ednong schreibt:

            Nun ja,
            das „extra freundlich“ kann bei mir auch zu einem neutral, dennoch freundlich mutieren. Das passierte mir mal bei einem besonders garstigen Kunden, der dann zum Schluß gar nicht mehr wußte, woran er ist. Meine innere Freude war natürlich in dem Moment riesengroß.

            Wichtig war mir dann in dem FAll, dass er keine Handhabe hatte, um sich irgendwie geartet zu beschweren. Das ist ja in solchen Fällen auch extrem wichtig, finde ich.

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          • Leser schreibt:

            Naja, wenn ein Kunde mit *einem* POP3-Client die sämtlichen IMAP-Postfächer all seiner Rechner leer synchronisiert, und dann den Hoster, der den Mailserver betreibt, für seine eigene Dummheit verantwortlich macht, dann muss auch der Hinweis darauf, dass man zum Autofahren ja auch einen Führerschein braucht, erlaubt sein…

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            • breakpoint schreibt:

              Falls er die Mails noch in dem seinem POP3-Zugang zugeordneten Postfach auf dem Client hat, ist ja noch nicht alles verloren.

              Danke auch für deine anderen Kommentare, ich habe momentan aber nicht den Nerv, darauf einzugehen.

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  2. breakpoint schreibt:

    SiebenhundertdreizehnIn der Bäckereifiliale, in der ich meist einkaufe, gibt es seit einiger Zeit eine neue Verkäuferin.
    Wannimmer ich mich mit verschiedenem Gebäck eindecken will, scheinen ihr meine Wünsche eher lästig zu sein.
    „Noch eine Kirschtasche, bitte.“ – „Dann z…

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  3. Pingback: Siebenhundertdreizehn | breakpoint

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