Zweihundertvierundneunzig

Auf die Bewerbungsaktion für die Assistentenstelle (wir nennen das jetzt offiziell „persönlicher Referent“, da die Bezeichnung Assistent zu viele Assoziationen zu Sekretariatstätigkeiten weckt – aber das ist eigentlich nur Wortklauberei) ist jetzt schon ein ganzer Stapel Bewerbungen eingetrudelt.

Ich traf mich heute mit Carsten zum Mittagessen, um anschließend die Bewerbungen durchzusehen und eine Vorauswahl zu treffen.

Es haben sich tatsächlich sogar ein paar Frauen beworben. Wie gut, dass es den Ungeeignet-Stapel gibt.
Bei dem Job handelt es sich um eine Vertrauensstellung. Der Assistent wird – zumindest in der Übergangsphase – fast mehr Zeit mit Carsten verbringen als ich. Da wird jeder vernünftig denkende Mensch einsehen, dass eine Frau eine Fehlbesetzung wäre.

Männer sind grundsätzlich sehr leicht verführbare und beeinflussbare Wesen. Gegen eine Könnerin, die es darauf anlegt, haben sie auf Dauer keine Chance.
Selbstverständlich ist da auch Carsten keine Ausnahme. Ich bin zumindest nicht so naiv, das anzunehmen.

Auch wenn es für viele der hier lesenden Männer ein Schock sein wird (lest lieber nicht weiter, wenn euch euer Seelenfrieden wichtig ist):
Nicht alle Frauen sind immer so geradlinig wie ich! (Ich hatte euch gewarnt!)

Auch die Gründe, die ich schon einmal aufgezählt hatte, als wir einen neuen CIO suchten, gelten zwar nicht eins zu eins, aber in ähnlicher Form nach wie vor.

Es ist einfach lästig, dass alle Anzeigen geschlechtsneutral ausgeschrieben werden müssen, selbst wenn – wie in diesem Fall – nur ein heterosexueller Mann in Frage kommt. Schließlich muss ich ja dann auch mit ihm arbeiten.
Für die Frauen wäre es sicherlich auch angenehmer, wenn sie gleich wüssten, dass sie sich den Aufwand einer Bewerbung sparen können.

Aus unterschiedlichen Gründen wanderten fast alle restlichen Bewerbungen ebenfalls auf den Ungeeignet-Stapel. Dank Heiko Mell’s Kolumne in den VDI-Nachrichten weiß ich ja, worauf ich achten muss.
Übrig blieben vier Bewerbungen, die zwar allesamt auch nicht ideal, aber immerhin wert waren, ihnen eine Chance für ein Vorstellungsgespräch zu geben.

Eigentlich wollte ich meine Ergebnisse noch kurz mit Carsten durchsprechen, aber Kathrin sagte mir, er sei gerade in einem Kundengespräch und wolle nicht gestört werden. Also ging ich direkt zur Personalabteilung, um sie zu beauftragen, möglichst bald Termine für die Vorstellungsgespräche auszumachen, und die ungeeigneten Bewerbungen nächste Woche zurückzuschicken.

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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16 Antworten zu Zweihundertvierundneunzig

  1. ednong schreibt:

    Da warst du doch bestimmt froh, dass er in einem Kudengespräch war. Obwohl – wahrscheinlich hättest du ihm keine Chance gelassen für eine Gegenmeinung 😉

    Und du liest die Kolumne auch? Wow. Und hat der Karrieretest bei dir Selbstständigkeit als Ergebnis gehabt?

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    • breakpoint schreibt:

      Wieso hätte ich mich darüber freuen sollen???
      Das Kundengespräch hat den Ablauf nur etwas verkompliziert und verzögert, denn ohne sein OK gehen die Einladungen trotzdem nicht raus.
      Meine Auswahl hat er dann eben erst etwas später abgesegnet.

      Die „Karriereberatung“ lese ich seit ungezählten Jahren – insbesondere auch wegen des Unterhaltungswertes.

      Sag mal, wo liest du eigentlich nicht? Kaum ein Blog, bei dem man nicht irgendwo auf deine Duftmarken stößt.

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      • ednong schreibt:

        Und wieder ganz elegant um die Frage herumgeschifft 😉
        Hast du denn den Test gemacht? Und wenn ja, mit welchem Ergebnis? 😀

        Wo ich nicht lese? Tja, ich weiß nicht – und wenn, wäre die Antwort ja falsch, da ich ja dann doch dort lesen würde. Wenn die Anzahl der Tabs in den Fenstern zu groß wird, mache ich alles zu. Und mache dann all das auf, an das ich mich erinnere. Allerdings verringert das die Anzahl nicht signifikant. Die Tabs sind dann doch meist mehrere Hundert – nur dann eben anders verteilt als vorher.

        VDI hab ich mal zufällig entdeckt, als ich auf der Suche nach einem Test war …

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        • breakpoint schreibt:

          Herumgeschifft? Mir war nicht klar, dass dir das so wichtig ist.
          Ich erinnere mich nur noch vage, dass ich diesen Test irgendwann zwar gemacht habe, aber das Ergebnis nicht überraschend war, so dass ich mich nicht mehr an Einzelheiten erinnere, sorry.
          Selbständig war ich aber zu diesem Zeitpunkt schon.

          Hunderte von Tabs, .. *ächz* nervt das nicht?
          Du scheinst ja ganze Tage und Nächte nur mit Blogsurfen zu verbringen.

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          • ednong schreibt:

            Hunderte von Tabs nerven nicht. Warum sollten sie? Was eher nervt, ist die langsame Maschine, die das dann immer nur mit Müh und NOt bewältigt 😉 Und zu einem ganzen Tag gehört die Nacht immer dazu 😉

            Bist du gleich nach deinem Studium selbstständig geworden (also beruflich, mein ich 😛 )?

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            • breakpoint schreibt:

              Wenn gelegentlich Kommentare nachts um 2 oder 3 eintrudeln, ist das schon auffällig. Andererseits ist die Nacht ja nicht allein zum Schlafen da.

              Nach dem Studium habe ich erst zwei Jahre lang in einer völlig anderen Branche nicht-selbständig gearbeitet. Das reicht aber erst mal wieder an Infos zu meinem Lebenslauf.

              Da dich der Karrieretest der VDI-Nachrichten so interessiert, bin ich jetzt auch neugierig auf dein Ergebnis. 😀

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  2. breakpoint schreibt:

    DreihundertsiebzigSelbstverständlich war ich gestern wieder beim IT-Jour-fixe.
    Vorher ging ich noch die Bewerbungen durch, die mittlerweile für die Assistentenstelle eingegangen waren. Über die Kriterien habe ich mich ja früher schon einmal geäußert.

    Diesmal war Kat…

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  3. Moody schreibt:

    Wenn ihr mal wieder nach einem technisch begabten Menschen sucht, dann macht es doch wie die Airforce, nur ohne Fehler in der Aufgabe 😉
    http://www.tagesschau.de/schlusslicht/airforce-mathe100.html

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  4. breakpoint schreibt:

    SechshundertvierzigEs hat mir natürlich in den Fingern gejuckt, über Teamarbeit zwischen Männern und Frauen zu schreiben. Dies ist das Thema einer Blogparade bei edelburg.de.

    Zwar habe ich kaum Erfahrung mit gemischtgeschlechtlichen Teams (schon die häufig geforderte …

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  5. breakpoint schreibt:

    SiebenhundertachtundsiebzigBereits vor unserem Urlaub hatten wir die Stelle für den Assistenten des Geschäftsführers neu ausgeschrieben. Aber erst jetzt komme ich dazu, mich um die eingegangenen Bewerbungen zu kümmern.

    Für diese Stelle haben wir eine Frauenquote vorgesehen. N…

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