Zweihundertvierundachtzig

Ich habe momentan einfach zu viel Zeit.
Kein Wunder, Carsten arbeitet an die achtzig Stunden in der Woche, ich nur ungefähr dreißig. Fünfzig Stunden Differenz, Zeit genug, um auch mal auf doofe Ideen zu kommen.

So habe ich jetzt doch noch die ersten zwei Bände von „Shades of Grey“ gelesen, was meine ursprüngliche Einschätzung aber nicht grundsätzlich verändert hat.

Ich muss zugeben, dass ich lesesüchtig bin. Wenn ich erst einmal anfange, einen Roman zu lesen, kann ich nicht mehr aufhören, selbst wenn er mir gar nicht gefällt. Denn ich habe bis zum Schluss die Hoffnung, dass er irgendwann doch noch besser wird.
So lese ich dann bis zum Schluss möglichst in einem Stück durch. Jede Unterbrechung fällt mir schwer. Es macht auch keinen Unterschied, ob ich ein gedrucktes Buch oder ein eBook lese. Nur Hörbücher mag ich nicht. Aber das ist ein anderes Thema.

Weil ich mir meiner Lesesucht bewusst bin, fange ich ja nur ganz selten mal an, ein Buch zu lesen. Denn ich weiß schon, dass mich das von allen anderen Tätigkeiten abhalten würde, bis ich damit durch bin.
Immerhin habe ich keinen Druck, gleich wieder ein neues Buch zu beginnen, wenn ich eines fertig gelesen habe.

Soweit ich mich erinnere, habe ich in meinem ganzen Leben nur zweimal das Lesen eines Buches abgebrochen: die Memoiren des G. Casanova etwa bei der Hälfte, weil es immer wieder nur das gleiche war, und „Mein Kampf“ von A. Schicklgruber (aus dem Bücherschrank meines Opas, der einfach keine Bücher wegschmeißen konnte) schon nach wenigen Seiten, weil es absolut uninteressant war.

Einige Bücher, die ich ursprünglich ganz gut fand, mochte ich, nachdem wir sie als Lektüre im Deutschunterricht durchgenommen hatten, nicht mehr.
Dazu gehören z.B. „Die Physiker“ von F. Dürrenmatt, „Ansichten eines Clown“ von H. Böll und „Biedermann und die Brandstifter“ von M. Frisch.
Rückblickend kann ich sagen, dass der Deutschunterricht mir die Freude an der Literatur geraubt hat.

Um wieder auf die Graustufen zurückzukommen:
Meistens geht es um irgendwelche Probleme, teilweise nur USA-typisch. So steht zum Beispiel die Stalkerin mit einer Waffe in der Wohnung oder der Privat-Hubschrauber stürzt ab.
Dazwischen haben die Protagonisten ein bisschen Sex. Wahrscheinlich ist das der einzige Grund, warum der Roman so beliebt ist. Ich bin wohl schon zu abgebrüht (und sicherlich viel zu verwöhnt), um die Schilderungen noch nennenswert anregend oder gar beeindruckend zu finden.
Der neurotische Hauptdarsteller, der bemerkenswert wenig Zeit mit geschäftlichen Tätigkeiten verbringt, würde mir schon sehr bald auf die Nerven gehen.
Passagenweise ist der Roman – zumindest für meinen Geschmack – auch zu schnulzig und kitschig.
Und mit BDSM – was dem Roman überhaupt erst zu Bekanntheit verholfen hat – kann ich (von Bondage mal abgesehen) nichts anfangen. Für Maso bin ich viel zu wehleidig (es bereitet mir wirklich kein Vergnügen, Schmerzen zu haben, auch wenn dies derzeit en vogue ist), und als Domina würde ich vermutlich einen Lachanfall nach dem anderen bekommen (obwohl mir eine schwarze Corsage, hohe Lackstiefel und eine Peitsche sicherlich gut stehen würden – hihi, vielleicht sollte ich mir einfach mal ein entsprechendes Outfit besorgen und schauen, was passiert).

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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32 Antworten zu Zweihundertvierundachtzig

  1. Kummerkasten-Sisa schreibt:

    Und ich dachte ICH bin schizo :))

    Ich habe auch die beiden Bände von Shades of Grey hier liegen. Den ersten fand ich noch ganz…okay…, den zweiten fand ich schon langweilig. Das Lesezeichen liegt seit etwa drei Wochen ungefähr im mittigen Bereich.

    Da sind wir wohl beide verwöhnt. Aber Bücher lesen MÜSSEN, das ist echt schizo, meine Liebe 😉

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  2. Kummerkasten-Sisa schreibt:

    (ednong hat mich nicht irritiert, keine Sorge)

    Ich achte auch auf eine gute Mischung. Beim Sortieren geht es mir in erster Linie darum, dass ich nicht will, dass ich von einer Farbe mehr habe als von der anderen – verstehst Du? Das muss alles ausgewogen sein.

    Führen wir dieses „Gespräch“ gerade wirklich?!

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    • breakpoint schreibt:

      Und was machst du, wenn du nicht von jeder Farbe exakt die gleiche Anzahl hast (was IMHO der Normalfall sein dürfte – allerdings habe ich bisher noch keine Gummibärchenstatistik erstellt)?

      Je nach Antwort kann ich dich vielleicht schon bald im „Club der Nerds“ willkommen heißen. :))

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      • Kummerkasten-Sisa schreibt:

        „Club der Nerds“ – WTF…??

        Nun gut, Du hast die Antwort ja gewollt.
        Natürlich ist NIE von jeder Farbe gleich viel da.
        Also beginne ich, das Gummibärchen, welches ich am meisten habe, als erstes zu essen, anschließend kommt die nächst höhere Zahl. Bei Gleichstand wird entschieden, welche Reihenfolge geschmacklich am besten paßt.

        Sobald die Anzahl aller verbliebener Gummibärchen überschaubar wird (und von jeder Farbe die selbe Anzahl vorhanden ist), lege ich eine „Straße“. Die Farben wiederholen sich also, bis alles alle ist.

        Schlimmer geht`s nicht mehr, oder?! Merke gerade selber, wie gaga das ist. Hilfe!

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        • breakpoint schreibt:

          Wenn’s einen „Club der Heulsusen“ gibt, dann sicher auch einen „Club der Nerds“.

          Und du hast gerade eindeutig bewiesen, dass du eine gewisse nerdige Komponente hast (vielleicht war ednong deshalb so schockiert).
          Aber – sei beruhigt – das ist gar nicht so schlimm. Mit diesem Manko kann man leben.

          Einen Mitgliedsausweis gibt es zwar nicht (weil sich die andereren Mitglieder nicht auf ein gemeinsames Format einigen können), aber ich begrüße dich ganz herzlich mit einem kräftigen Tusch! Ta-taaaa!

          (Und damit meine anderen Leser jetzt nicht meinen, ich sei endgültig übergeschnappt, verlinke ich mal schnell zu deiner Seite auf die entsprechende Diskussion.)

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          • Kummerkasten-Sisa schreibt:

            Jippie, bin bin im Club der Nerds aufgenommen *freu*
            Und: gut verlinkt ist halb gewonnen 😉

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            • ednong schreibt:

              WTF? Gummibärchen nach Farbe sortieren und sortenrein essen? Die haben einen unterschiedlichen Geschmack? GottohGott.

              Ich bin sprachlos …

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            • Kummerkasten-Sisa schreibt:

              Wenn Dich DAS schon sprachlos macht, dann komm mal bei meinem Blog vorbei. Da tun sich Abgründe auf… 😉

              Liebe Grüße
              Sisa

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            • breakpoint schreibt:

              Jetzt werd mal nicht zu übermütig. Du bist noch Anfänger.

              Ein Vollnerd würde
              * ein Histogramm (Anzahl über Farbe) erstellen
              * eine Datenbank über sämtliche Gummibärchen führen
              * eine Anwendung (oder App) schreiben, die automatisch das als nächstes zu verzehrende Gummibärchen bestimmt und die DB aktualisiert
              * die Anwendung erweitern, so dass sie selbst Histogramme erstellt, die die Verteilung sämtlicher verzehrten Gummibärchen anzeigen
              a. in einem bestimmten Zeitintervall
              b. die in einer gemeinsamen Tüte waren
              In einer späteren Version können dann auch wahlweise Tortendiagramme angezeigt werden
              * der Anwendung eine TCP/IP-Schnittstelle verpassen, die eine Vernetzung untereinander erlaubt, den Gummibärchenstatus auf Facebook anpasst, und eine Nachricht über jedes gegessene Gummibärchen twittert
              * zentralen Server und Webportal aufsetzen
              * ..

              Oh je, jetzt überlege ich mir schon Details über die Architektur!
              Hilfe! Das kann ich nur überwinden, wenn ich doch noch mit Band 3 beginne.

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            • Kummerkasten-Sisa schreibt:

              Hab ich alles gestern noch vor dem Abendessen erledigt, was denkst Du denn?!

              Zusätzlich habe ich für uns beide Visitenkarten in Auftrag gegebn. Emblem oben rechts: CdN.
              Ich denke, das war in Deinem Sinne.

              Außerdem sind nette kleine Giveaways in Form von Gummibären-Dildos bereits unterwegs. Dann können wir in die Stadt gehen und weitere Mitglieder werben.

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            • breakpoint schreibt:

              Das war ja sicherlich nett gemeint, aber typisch nerdig ist das absolut nicht!

              Keine Sorge, die Gummibär-Dildos (kannst du mir bitte vorab das Datenblatt zukommen lassen?) werden wir auch so verbrauchen.

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            • Kummerkasten-Sisa schreibt:

              Oh, das tut mir jetzt aber leid 😦

              Na gut, Datenblatt ist per Brieftaube unterwegs!
              Bitte beachte die Formel des Auflöse-Faktors!

              Nerdige Grüße
              S. (Anfänger i.D.)

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            • breakpoint schreibt:

              Endlich ist die Brieftaube (echte Nerds wählen sonst schnellere Kommunikationsmittel) angekommen.

              Die Füllung mit Brausepulver ist ja eine geniale Idee (hatte mich schon gefragt, was du mit Auflöse-Faktor meinst)!
              Aber über 20 verschiedene Farben! Sisa, was hast du dir dabei wieder gedacht? Da bist du doch nur noch am Sortieren!
              Und die Abmessungen in Lolli-Größe, naja, dazu sage ich jetzt nichts.

              Übrigens habe ich gestern ein Plugin für deine Anwendung erstellt, das über eine USB-Schnittstelle die Gummibärchen selbständig verdaut.
              Ist das nicht wunderbar? Jetzt brauchst du die Dinger nicht mal mehr selbst zu essen! :)) :)) :))

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            • Kummerkasten-Sisa schreibt:

              Du bist ne ganz schön strenge Ober-Nerdin!

              Das mit dem Plugin ist großartig, dann bleibt mir zukünftig mehr Zeit, meine Wäscheklammern nach Farben zu sortieren, damit jedes Wäschestück mit der naheliegendsten Farbe befestigt werden kann.

              Alles zu meiner Zufriedenheit, sehr schön!

              PS.: Das mit dem Brausepulver hat mir Meister Propper empfohlen!

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      • Es ist nicht von jeder Farbe die gleiche Anzahl vorhanden. 1/3 sind rot, die anderen Farben sind gleichverteilt (laut Supportanfrage beim Hersteller).

        Zum Thema besprochenes Buch:
        a) es ist wohl von einem Webprojekt geklaut
        b) es folgt dem Geschichtenmuster eines Cora-Romans (unbedarftes Weibchen angelt&domestiziert Traumprinz) mit einem Schuß HausfrauenSM
        c) die SM-Szene hält qualitativ nichts von dieser Schrift, erhofft sich aber eine dauerhaft erhöhte gesellschaftliche Akzeptanz von SM in der Gesellschaft durch dieses Buch.
        d) dieses Buch ist neben den Feuchtgebieten eines der wenigen, die ich an- aber nicht fertiggelesen habe, weils einfach Müll war.
        e) als entsprechende kinky Filme empfehle ich flower & snake (typisch japanisch abgedreht) oder The Image (1975, XXX)

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        • breakpoint schreibt:

          Das ist eigentlich nicht das Genre, das ich sonst lese. Aber ich war ein bisschen neugierig, weil dieses Buch plötzlich DAS Thema war und wollte wissen, wie weit es ging.
          Außerdem hatte ich viel zu viel Zeit.

          „Müll“ – das habe ich so deutlich nicht gesagt, trifft aber schon meine Meinung.

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  3. breakpoint schreibt:

    ZweihunderteinundneunzigManchmal setze ich Pläne ziemlich schnell um.
    So war mir ja letzte Woche die Idee gekommen, mir ein Domina-Outfit zuzulegen, was ich inzwischen auch getan habe.

    Und neugierig wie ich bin, wollte ich dann auch möglichst schnell damit das Experiment …

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  4. Lesewarnung: „Shades of Grey“ …. . . kann ihre Ehe gefährden!

    Gestern hab ich in meinem Lieblingsrevolverblatt, der „Kronen Zeitung“, einen Artikel gesehen, der mir mal wieder gezeigt hat wie Dumm die Menschheit wirklich geworden ist.

    Da stand doch tatsächlich etwas von eine…

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  5. breakpoint schreibt:

    DreihunderteinundsiebzigSeit jeher habe ich Bücher geliebt. Über meine Lesesucht habe ich mich ja bereits einmal ausgelassen.
    Was ich hier noch nicht erwähnt habe, ist, dass ich selbst schon mehrfach begonnen hatte, Bücher zu schreiben (bevorzugtes Genre: Science Fiction), a…

    Gefällt mir

  6. breakpoint schreibt:

    VierhundertvierGewisse Vorteile hat es, an einem festen Feiertag Geburtstag zu haben.
    Als Kind hat man schulfrei, auch im Arbeitsleben hat man frei. Nachteilig dagegen ist, dass sämtliche Geschäfte geschlossen haben.
    Der größte Vorteil heute ist es, dass Carsten hi…

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  7. breakpoint schreibt:

    SechshundertsiebzigHeute beantwortete ich wieder ein paar Fragen.
    Zunächst zwei Fragen der Bärlinerin:

    „…welche Hobbies hast du? Stricken oder Häkeln (Mist, ich hab`s vergessen) war mal Thema, oder? Wie kamst du drauf? (Oma, Mutter, Schulzeit?)“
    Das war stricken. …

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  8. breakpoint schreibt:

    NeunhundertneunzehnEigentlich wollte ich mich nicht mehr über 50 Shades of Grey auslassen.
    Nun ist dieser Film draußen, und der Hype ist absolut nervig. Einerseits will ich dem Thema nicht mehr Aufmerksamkeit schenken, andererseits jedoch auch nicht zweimal kurz hintere…

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