Zweihundertzweiundachtzig

Meistens trinke ich vor dem Jour fixe noch einen Kaffee bei Kathrin im Vorzimmer. So auch gestern.
Während wir uns noch unterhielten, kam Carsten mit zwei Geschäftspartnern aus seinem Büro, im Begriff, sich von ihnen zu verabschieden. Als er mich sah, stellte er mich ihnen als seine „charming consultant and gorgeous future wife“ vor (ich bin mir nicht sicher, ob Kathrin das mitgekriegt hat, ich muss sie unbedingt nachher anrufen und zum Stillschweigen verpflichten).
Wir führten dann noch etwas Smalltalk. Die Geschäftpartner kamen aus Schweden und irgendwie verfielen sie auf die Idee, Carsten und mich abends zum Essen einzuladen. Ich sah Carsten an, dass ihm der Einfall nicht gefiel (am Abend will er nur seine Ruhe – und natürlich mich). Trotzdem nahm er an und wir verabredeten, uns um 19 Uhr mit den Schweden in einem Nobelrestaurant zu treffen.
Nachdem die Schweden endgültig gegangen waren, meinte Carsten, dass er mich um dreiviertel abholen würde, und ich mir etwas festlich-dezentes (ja, ja, im Herbst trage ich sowieso keinen Extrem-Mini mehr) anziehen solle.
„Wenn du etwas früher kommst“, raunte ich ihm zu, damit es Kathrin nicht hören sollte, „haben wir noch Zeit für einen Quickie.“
„Ich werd’s versuchen, wenn du mich schon wieder versuchst“, erwiderte er augenzwinkernd. Dann gab er mir noch schnell einen Quss und zog sich wieder in sein Büro zurück.
Mittlerweile war ich etwas zu spät für den Jour fixe dran, aber ich glaube, ich habe nichts wichtiges versäumt.

Das Fünf-Gänge-Menü im Restaurant war schon sehr gut, obwohl mir normalerweise etwas handfesteres lieber ist.
Da die Schweden Geschmack an den regionalen Bierspezialitäten gefunden hatten, tranken Carsten und ich ebenfalls – nicht ganz stilecht – Bier.
Die Unterhaltung war ganz nett, zwar nicht sehr tiefschürfend, ging aber über normalen Smalltalk hinaus.
Nach neun bedankten wir uns bei den Schweden für die Einladung, verabschiedeten uns und ließen uns von einem Taxi zu meiner Wohnung fahren.

Zu Hause angekommen, zog Carsten nur sein Sakko und seine Schuhe aus und ließ sich dann rückwärts auf das Bett fallen. Ich streifte ebenfalls meine Schuhe ab und entledigte mich meiner Oberbekleidung. Dann krabbelte ich – nur noch mit Spitzenhemdchen, Slip und halterlosen Strümpfen bekleidet – über Carstens Beine hinweg und ließ mich rittlings auf seinen Oberschenkeln nieder.
Schnell öffnete ich die Gürtelschnalle sowie Knopf und Reißverschluss seiner Hose. Als ich seine Boxershorts nach unten schob, sprang mir sein Lustkolben in ganzer Pracht entgegen.
Ich konnte es kaum erwarten, mich darüber zu stülpen. Der Slip war kein Hindernis, ich schob den Steg einfach zur Seite. Leider musste ich ihm zunächst noch ein Kondom überstreifen, wovon er in der Hosentasche einige parat hatte.
Carsten schob seine Hände unter das Spitzenhemdchen und begann – zunächst sanft, dann zunehmend fester – meine Brüste zu kneten.
Währenddessen bewegte ich mich langsam auf der Stange auf und ab.
In dieser Stellung komme ich zumeist sehr schnell. Alleine die Bruststimulation würde schon genügen. Immer schneller hob ich mich nach oben und ließ mich dann wieder nach unten plumpsen. Was für ein tolles Gefühl, das mich innerlich fast zerreißt und für das ich keine adäquaten Worte finde.
Nach dem zweiten oder dritten Orgasmus (sorry, ich schaffe es einfach nicht, da einen Counter mitlaufen zu lassen) lehnte ich mich erschöpft mit dem Oberkörper nach vorn und streckte ein Bein nach dem anderen nach hinten aus. Dies erlaubte uns eine Drehung um neunzig Grad um die longitudinale Achse auf die Seite.
Jetzt lagen wir uns gegenüber auf der Seite und bewegten unsere Becken gegenphasig. Diese Stellung praktizieren wir recht häufig. Ich habe sie seltsamerweise aber noch nie in irgendeinem Sexbuch gefunden. Vermutlich erfüllen zu wenige Paare die körperlichen Voraussetzungen. Und für einen Porno ist sie zu wenig spektakulär.
Nach ein paar Minuten wälzte sich Carsten dann noch einmal um neunzig Grad und befand sich dann auf mir. Mit kräftigen Stößen, die an die Reißfestigkeit des Kondoms beträchtliche Anforderungen stellten, missionierte er mich und trieb mich nochmals in Ekstase, bevor wir schließlich beide gleichzeitig den Zenit erreichten.

Oops, könnte irgendjemand auf die Idee kommen, dass das jetzt schon jugendgefährdende Pornografie war?
Ach, mein Blog lesen doch sowieso nur Erwachsene.
Und außerdem ist Sexualität doch etwas ganz normales, natürliches und sehr schönes. Warum soll das eigentlich vor Kindern verheimlicht werden?
Ich traue mich jetzt einfach mal ausnahmsweise, das zu posten.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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16 Antworten zu Zweihundertzweiundachtzig

  1. ednong schreibt:

    Wer sollte da schon auf die Idee kommen? Ist doch nix zu sehen 😉

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    • breakpoint schreibt:

      Sehr beruhigend.
      Und selbst, wenn man das „Nix“ selektiert, sieht man nur Textwüste und keine Bilder

      OT: „Neue Version, neues Gl¨¹ck“
      Weder Umlaute noch Kommentarfunktion gehen bei deinem Blog.

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      • ednong schreibt:

        Hm,
        also Umlaute werden – gerade in dem Titel – in allen Browsern hier korrekt angezeigt. Eingeloggt wie ausgeloggt. Bei den Kommentaren hast du Recht, da funktioniert jetzt irgendwie das Captcha-Plugin nicht mehr. Danke für den Hinweis.

        Das habe ich mal deaktiviert, Kommentare müßten möglich sein. Mal gucken, ob ich da noch ne Lösung für finde …

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  2. Moody schreibt:

    Hm… nun… also nicht ganz jugendfrei, aber mir gefällts und pornografisch… na darüber ließe sich streiten. Ich werde mein Blut nun wieder ins Hirn pumpen lassen, denn mich erwartet noch ein Abendprogramm unter Feministinnen. 😉

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    • breakpoint schreibt:

      Freut mich sehr, wenn’s dir gefallen hat.

      Leider scheint es keine eindeutigen Kriterien zu geben, was man noch veröffentlichen darf, und was nicht.
      Hm, wenn’s deinen Blutfluss verändert hat, deutet das wahl eher auf letzeres hin.
      Was soll’s. Bestimmt werde ich mich irgendwann mal wieder hinreißen lassen, ähnliches zu schreiben.

      Wie war’s das Kontrastprogramm bei den Feministinnen („unter“ meintest du doch sicher nicht wörtlich)?

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      • Moody schreibt:

        Also ich glaube, dass das noch im Rahmen ist, also keine Sorge 😉
        So sehr Kontrast war das gar nicht und natürlich war ich nicht unter ihnen, das habe ich dann später mit meiner Liebsten nachgeholt 😀

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        • breakpoint schreibt:

          Nur wenig Kontrast? Das enttäuscht/erstaunt mich jetzt aber!

          Wenn man den Abend gut ausklingen lassen kann ;), ist der ganze Tag gerettet!

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          • Moody schreibt:

            Nunja, es ging um Frauen und Männer in der Berufswelt und um weibliche Orgasmen, also ja, da sehe ich Parallelen 😀

            Joa, und wenn man den nächsten Morgen gut einstimmt, dann sieht die Welt gleich viel besser aus. Eigentlich wollte ich ja Joggen gehen, aber ich fand dann, dass einmal Morgensport auch genügt.

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            • breakpoint schreibt:

              Wohl eher Antiparallelen :p (also aus einer diametral entgegengesetzten Perspektive), aber Vorzeichen sind ja Glückssache.

              Am Wochenende darf man sich schon etwas mehr Bewegung 😉 gönnen (es darf nur nicht in Sport ausarten).

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            • Moody schreibt:

              Nein, nicht unbedingt mit anderen Vorzeichen. Beim Thema Sex ging es zum Beispiel um den weiblichen Orgasmus, dass jener genauso in die Partnerschaft gehört, wie der männliche und dass die Erkenntnis dazu eben leider noch recht neu ist (was jetzt nicht bedeuten soll, dass Frauen in den Generationen vor uns keinen Höhepunkt hatten, aber das führt nun wirklich zu weit). Ja und beim Gespräch zwischen Chefs ging es auch darum, dass es zu wenige Chefinnen gibt und warum eine Frauenquote zwar ein Armutszeugnis ist, momentan aber offensichtlich notwendig ist. Das schöne an dem Abend war, dass die beiden Rednerinnen darauf gepocht haben, dass jeder Menschen seinen Weg gehen sollen darf und wenn eine Frau beschließt, Hausfrau zu sein, dann sollte das niemand angreifen, ebenso sehr sollte aber eben eine Frau, die nach oben kommen will und die Befähigung mitbringt nicht erst nach minderqualifizierten Männern scheitern. Wenn ich das so schreibe, dann merke ich erst, wie selbstverständlich ich diese Forderungen erachte… nun denn, genug Feminismus für heute, ich hatte schon eine kleine Diskussion auf Facebook mit einem Freund, nun darf der Tag mal von den Problemen anderer Gruppen und Menschen eingenommen werden 😉

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            • breakpoint schreibt:

              Dem Feminismus stehe ich ehrlich gesagt mehr als skeptisch gegenüber.
              Ich mag ja Männer, aber Feministinnen erwecken zumindest den Eindruck, dass sie genau das nicht tun.
              Sie scheinen in Männer ein Feindbild hinein zu projizieren (sehr moodig von dir, dich zu dieser Veranstaltung zu trauen), und versuchen Frauen und Männer gegeneinander aufzuhetzen („ihr bösen Männer gebt uns keine guten Jobs, ihr bösen Männer verweigert uns die Orgasmen“).

              Meine Erfahrungen als Frau in einem Männerberuf habe ich ja erst kürzlich zusammengefasst.
              Über die Frauenquote hatte ich mich auch schon geäußert. Sie wird IMHO nur darauf hinauslaufen, dass eben Männer benachteiligt werden. Und für wirklich hochqualifizierte Frauen, die auch ohne Quote weiter gekommen wären, hinterlässt es auch einen mehr als sauren Beigeschmack, da auch sie nur noch als Quotentussis wahrgenommen werden.

              Meine Ansichten stehen wohl ziemlich im Widerspruch zu feministischem Gedankengut.
              Kooperation/Kopulation statt Konfrontation.

              Hm, Orgasmen sind natürlich so ziemlich das letzte, das man reglementieren könnte.
              Ich glaube, dass es nicht viele Männer gab/gibt, die ihrer Frau aus purer Boshaftigkeit einen Orgasmus vorenthielten/vorenthalten.

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            • Moody schreibt:

              Nun, was Feminismus betrifft, so gibt es da ja verschiedenste Formen von und ich lasse mich nicht als Mann schlechtreden, das wissen meine Freunde, die eben jenen Abend auch organisiert und mich eingeladen haben. Du hast mit Deinen Bedenken vollkommen Recht, aber wenn wir mal Qualifizierung und hohe Position als Beispiel nehmen, dann müsste die momentane Situation bedeuten, dass es eine bis eineinhalb Frauen von zehn Menschen eine hohe Qualifizierung mitbringen, das kannst Du mir ja aber nicht erzählen. Gerade wenn man überlegt, dass es mehr Mädchen gibt, die das Abitur ablegen und zu studieren anfangen, dann verwundert es doch, dass es dann nur zehn bis fünfzehn Prozent Frauen in den höheren Etagen landen. Ich sehe es sehr ähnlich wie Du, die Qualifikation und auch die Persönlichkeit sind die wichtigsten Kriterien für einen Job und da würde ich auch nicht nach Geschlecht entscheiden(Qualifikation nicht allein, dafür weiß ich als angehender Lehrer einfach zu gut, wie Noten vergeben werden und was sie über die Befähigung aussagen). Deine Ansichten sind daher nicht konträr zu denen jener feministischen Freundinnen, die ich kenne. Wir Männer wurden übrigens nicht als bösartig dargestellt, es war eher eine Systemkritik, dass man als Frau oft genug gezwungen wird, zwischen Kind und Arbeit/Karriere entscheiden muss. Ich bin froh, dass meine Mutter diese Entscheidung nicht treffen musste, sondern Unterstützung genoss. Ich denke übrigens, dass wir da gar nicht weit von entfernt sind, aber wenn man das Gefühl hat, benachteiligt zu werden und dafür auch beweise findet, dann wäre es doch traurig, wenn man nicht für sein Recht kämpfen würde, immerhin haben es die Feministen erreicht, dass man als Frau sich nicht vom Ehemann die Arbeit erlauben oder verbieten lassen kann. 😉

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            • breakpoint schreibt:

              Es ist ja nicht so, dass die 40% der Frauen aus dem Gesamtpool der Frauen gewählt werden. Vielmehr sind in der Hierarchieebene darunter vielleicht schon nur 20% (wenn’s hoch kommt).
              Seien in Hierarchiestufe n Xn Frauen und Yn Männer. So gilt o.B.d.A, dass für niedrige n möglicherweise noch ein halbwegs ausgeglichenes Geschlechterverhältnis besteht (gerade in technischen Berufen allerdings schon mal nicht – und schau dir mal an, was die DAX-Konzerne machen).
              Es gilt in den allermeisten Fällen: Xn < X[n-1]
              Je höher n wird, desto mehr ist der Frauenanteil ausgedünnt. Teils weil die Frauen vielleicht wirklich bei Beförderungen nicht genügend berücksichtige wurden, aber in vielen Fällen auch, weil sie sich ganz ins Familienleben zurückgezogen haben oder durch Familienpause zurückgeworfen wurden.
              Wenn N die höchste Hierarchiestufe ist, so sind in N-1 schon zu wenige Frauen vorhanden, um in N noch auf eine Quote von 40% zu kommen – und das pflanzt sich eben iterativ rückwärts fort.
              Ein höherer Frauenanteil in Führungspositionen ist einfach nicht realistisch, und lässt sich nicht in wenigen Jahren ändern. Wenn, dann wären Jahrzehnte nötig, und selbst da bin ich skeptisch. Schließlich haben viele Frauen doch auch andere Interessen als Karriere (rein statistische Aussage).

              Mit Qualifikation meinte ich in diesem Kontext übrigens nicht Zeugnisse und Noten allein, sondern auch Softskills und die Gesamtpersönlichkeit, alles, was eine Person für eine bestimmte Tätigkeit eben „qualifiziert“.

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  3. breakpoint schreibt:

    AchthundertdreiundneunzigIch habe eine neue Stellung erfunden.
    Das heißt, praktiziert haben wir sie schon hunderte Male, aber jetzt hat sie endlich einen passenden Namen: die Gleichstellung.

    Bei der Gleichstellung haben Mann und Frau die spiegelbildlich gleiche Lage einand…

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  4. Pingback: Achthundertdreiundneunzig | breakpoint

  5. Pingback: breakpoint’s Wayback Archive #15 //1696 | breakpoint

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