Zweihundertsiebzig

Es ergab sich, dass ich mich nach dem gestrigen Jour fixe noch mit Kathrin unterhielt.
Ich erzählte ihr, dass ich am Vortag bei Sabine zur Taufe ihres jüngsten Sprosses eingeladen gewesen war.
Kathrin druckste ein wenig herum, als wolle sie mir etwas sagen, aber andererseits wieder doch nicht. Ich hakte ein wenig nach, und fand schließlich heraus, dass sie zusammen mit ihrem Johnny demnächst eine Party geben wolle, weil sie kürzlich in einer Lotterie gewonnen habe (hah!, ein Betrag im niedrigen dreistelligen Bereich – und jahrelang hat sie immer wieder gespielt und für den Einsatz ein Vielfaches des jetzigen Gewinns ausgegeben). Ich sei zwar herzlich willkommen, meine Begleitung aber eher nicht.
Ich kann natürlich verstehen, dass man auf einer privaten Feier nicht unbedingt seinen Chef dabei haben will, aber alleine auf eine Fete zu gehen, kommt für mich nicht in Frage. Das ist mir zu langweilig, insbesondere ohne die Option, mich aufreißen zu lassen.
Ich sagte Kathrin also klipp und klar, dass ich entweder zusammen mit Carsten kommen würde, oder eben gar nicht. Dabei weiß ich noch nicht einmal, ob Carsten dann überhaupt Zeit und Lust dazu hat. Er geht ja grundsätzlich nicht gerne zu Parties. Auf jeden Fall braucht Kathrin jedoch keine Angst zu haben, dass er dann den Chef raushängen lässt. Er weiß absolut, sich angemessen zu benehmen. Im Zweifel kann sie ja bei Sabine anrufen und diese fragen.

Abends erzählte ich Carsten dann von Kathrin’s Einladung, allerdings nicht von ihren Vorbehalten.
Carsten war skeptisch: „Ich finde das nicht gerade passend. Schließlich ist sie meine Büroangestellte.“
„Wenn sie nur irgendeine Freundin von mir wäre, würde ich dir ja zustimmen, aber immerhin ist sie auch eine nahe Verwandte und wird mal deine Schwiegercousine. Bei Sabine gehst du doch auch ein und aus. Außerdem darf ich dich daran erinnern, dass ich auch zu Fiona’s Hochzeit und Sonja’s Geburtstagsfeier mitgekommen bin.“
„Hm.“ Er stimmte mir wohl zu, aber es war ihm anzumerken, dass er alles andere als glücklich mit dieser Einladung war.

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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