Zweihundertachtundfünfzig

Gestern musste Carsten kurzfristig wieder nach München.
Da aber bei Novosyx auch an gleichen Tag eine Veranstaltung stattfand, bat er mich telefonisch nur eine Stunde vorher, die Gastgeberrolle zu übernehmen.
Eigentlich wäre das eher die Aufgabe seines Stellvertreters gewesen, worauf ich ihn auch hinwies. Aber er meinte nur, dass er das so bestimmen könne, wie es ihm passt. Und ich solle gelegentlich eben auch repräsentative Aufgaben für seine Firma wahrnehmen.
Naja, solange ich nicht selbst dringende Projekte habe, und er mir das angemessen honoriert, soll es mir recht sein. Allerdings hätte ich mir schon etwas mehr zeitlichen Vorlauf gewünscht.

Ich entschied mich, das Kleid, das ich damals bei Fiona’s Hochzeit getragen hatte, anzuziehen. Kathrin hatte mittlerweile den Ausschnitt geändert, so dass es mir jetzt richtig gut gefällt. Eigentlich ist das zwar eher ein Sommerkleid, aber bei Novosyx ist hinreichend gut geheizt. So entschloss ich mich, mich einfach vorher in Carsten’s Büro umzuziehen.
Zwar lamentierte Kathrin etwas herum, sie dürfe niemanden ins Büro lassen, aber ich ignorierte sie und ging an ihr vorbei einfach hinein.
Als ich wieder herauskam, war Kathrin erst recht entsetzt: „Oh je, ich hätte nicht gedacht, dass das jetzt so tief ausgeschnitten ist. So kannst du nicht zu der Veranstaltung!“
„Der Ausschnitt ist absolut harmlos, es sei denn, ich bücke mich. Aber dazu habe ich nicht die Absicht.“ (Zumindest nicht bei dieser Veranstaltung.)
Sie sah schließlich ein, dass es keinen Sinn hatte, mich zurückzuhalten.

Die Organisatorin der Veranstaltung war ziemlich klein, trug aber trotzdem hochhackige Schuhe (was BTW einfach lächerlich aussah, weil die vertikalen Proportionen nicht stimmten).
Sie begrüßte zunächst die Teilnehmer der Veranstaltung und wollte sich dann beim Gastgeber bedanken. Das war mein Stichwort, aufzustehen und ein paar Sätze im Sinne von bla bla bla, „.. begrüße Sie ganz herzlich im Namen der Geschäftsleitung von Novosyx ..“, bla bla bla, „.. wünsche Ihnen eine erfolgreiche und angenehme Teilnahme ..“, bla bla bla, „.. und lassen Sie sich unser kleines Buffet in der Pause gut schmecken.“ Applaus, Applaus.
Das war’s schon. Ein paar Minuten später verließ ich den Raum, um die Zeit bis zur Pause in den Räumlichkeiten der IT-Abteilung zu verbringen.

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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3 Antworten zu Zweihundertachtundfünfzig

  1. gelschter User schreibt:

    Hi breakpint,

    das hast du gut gemacht, und es ist ja auch alles
    wunderbar gelaufen, wie ich lese. Ich weis nicht, ob ich
    vor versammelter Mannschaft so eine Rede halten könnte.
    Da wäre ich sicher sehr nervös gewesen. 😉

    LG und alles Gute zu dir
    Conchi

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