Zweihundertachtundvierzig

Zum gestrigen Eintrag möchte ich noch etwas ergänzen:

Ja, die Textinterpretationen im Deutschunterricht fand ich schon damals in der Schule äußerst widersinnig. Als könnte ein Schüler (oder auch Lehrer) die Gedanken eines Schriftstellers lesen!
Und ich schwor mir damals, dass ich immer ganz konkret und eindeutig schreiben würde, was ich auch meine. Ohne einen Interpretationsspielraum zu lassen.

Tja, und jetzt schreibe ich dieses Blog.
Und ich mute doch tatsächlich meinen Lesern zu, zwischen den Zeilen zu lesen und um die Ecke zu denken.
Einigen scheint das sogar zu gefallen (und den Massengeschmack will ich auch gar nicht treffen).

Ich bin mir jetzt dieser Ironie bewusst geworden – und gelobe keinerlei Besserung.

Übrigens halte ich mich immer dann an meine damaligen Vorsätze, wenn ich technische Berichte oder Dokumentationen schreibe.
Technische Texte müssen präzise und unmissverständlich formuliert sein. Sie sollten zwar möglichst kurz (sonst liest sie keiner), aber ausführlich genug abgefasst sein, um keine Fragen offen zu lassen. Ihr Unterhaltungswert ist allerdings völlig irrelevant und geht normalerweise gegen Null.

Im Deutschunterricht hat die Interpretation irgendwelcher literarischer Texte wie Faust und Homo Faber Vorrang vor dem Schreiben von Berichten (zumindest war das zu meiner Schulzeit so). Aber wer – außer zukünftigen Literaturkritikern – braucht das schon?

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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7 Antworten zu Zweihundertachtundvierzig

  1. gelschter User schreibt:

    auf so etwas muß der Verfasser der Anleitung auch erst einmal kommen – klar?

    Bedienungsanleitung einer Textverarbeitungssoftware

    „Indem Sie die Druckformatvorlage des Dokuments mit der Druckformatvorlage der Druckformatvorlage verbinden, können Sie die Druckformatvorlage der Dokumentenvorlage aktualisieren. Wenn Sie die Druckformatvorlage eines Dokuments mit der Druckformatvorlage einer Dokumentenvorlage verbinden, ersetzen die Druckformatdefinitionen des Dokuments die gleichnamigen Druckformatdefinitionen der Dokumentenvorlage.“

    Gefällt mir

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