Zweihundertzehn

Gleich muss ich los zu dieser Hochzeitsfeier.

Die Kirche begann erst um elf, um den auswärtigen Gästen etwas mehr Zeit für die Anreise zu geben. Einige haben aber auch schon in einem Hotel in der Nähe übernachtet. Zum Glück nur Verena und Fiona bei uns im Haus (wovon beiden übrigens jeweils ein Achtel gehört, wie ich kürzlich erfahren habe, und was mich wieder einmal darin bestärkt, meine Wohnung keinesfalls aufzugeben).

Sven dagegen hat in einem Hotel übernachtet, weil es sonst „Unglück bringt“. Dabei sind Sven und Fiona ja schon standesamtlich verheiratet, und ich hätte erwartet, dass sie zumindest jetzt endlich im gleichen Bett schlafen. Obwohl mir das im Prinzip egal ist, bin ich auf der anderen Seite froh, dass Sven nicht hier mit einquartiert ist. Und für heute Nacht spendiert Carsten dem Brautpaar eine luxuriöse Hotelsuite. Ich erlaube mir aber keine Prognose, ob das was wird.
Morgen fliegen dann beide für ein paar Tage nach Rom (das wird ihnen sicher gefallen), von wo aus sie ihre Kreuzfahrt antreten werden.

Verena hätte eigentlich Trauzeugin sein sollen, aber sie hat sich wohl auf dem Polterabend den Magen verdorben und fühlt sich nicht wohl. Jetzt soll Ingrid’s Bruder als Trauzeuge eingespringen.

Mein Kleid ist jetzt etwa 15 Zentimeter kürzer als ursprünglich. Ich hätte sicher auf 20 kommen können, habe es dann aber doch gelassen. Meine Haare wollte ich eigentlich hochstecken, habe aber gerade einen Fleck rechts am Hals. Mir wäre das zwar nicht unbedingt peinlich, aber Carsten sicher schon.
Also habe ich meine Haare asymmetrisch über den Hinterkopf gekämmt, mit einer Spange fixiert, so dass sie den Fleck überdeckend über meine eine Schulter fallen. Zu einem schulterfreien Kleid würde das zwar besser passen, aber was soll’s.

Fiona’s Kleid habe ich auch gesehen: schneeweiß, bodenlang (jetzt im August!), noch weniger Ausschnitt als mein Kleid und mit Unmengen von Rüschen, dafür aber ohne Ärmel.
Normalerweise trägt sie ja einen Pferdeschwanz (d.h. am Hinterkopf zusammengebundene Haare, ja, die Frisur heißt wirklich so, das ist ausnahmsweise keine zweideutige Anspielung von mir, also nicht verwechseln mit Schweif), aber heute hat sie die Haare offen unter ihrem Schleier.

Ich bin gespannt, wie lange ich es in meinen neuen zum Kleid passenden High Heels aushalte. Die sind eigentlich eine halbe Nummer zu klein, aber passend habe ich in meiner Größe nichts gefunden. Eigentlich brauche ich die nur für den Weg von hier zur Kirche, sonst muss ich nicht viel laufen. Wenn wir dann zum Essen am Tisch sitzen, ziehe ich sie einfach aus.

Um zwölf muss ich bei der Kirche sein. Ich habe mit Carsten ausgemacht, dass ich mich kurz in der Nähe der hinteren Tür hineinsetze und mich ihm anschließe, sobald er hinausgeht.

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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Eine Antwort zu Zweihundertzehn

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