Zweihundertsechs

So, hier folgt die Fortsetzung der „daily soap“.

Das heißt, bevor ich es vergesse: Sven bezahlt die Ringe jetzt doch selbst. Soweit ich mitgekriegt habe, sind es jetzt schmale Goldreife, und für die musste er wohl noch etliche Verwandte anpumpen.

Also, wo waren wir stehen geblieben? Ach ja:

Sonja und die Hochzeitsplanerin waren gegangen und Carsten sagte zu mir: „Du hast es wieder mal geschafft.“
„Was geschafft?“
„Dass ich mich nicht mehr konzentrieren konnte, weil ich mir nur noch deine Karaoke-Vorführung vorstellen konnte.“
Ich lachte: „Wieso ist es meine Schuld, wenn es dir an Selbstdisziplin und Selbstkontrolle fehlt?“
Das reizte ihn natürlich nur umso mehr, so dass ich eine Sekunde später auf dem Teppich unter ihm lag.

Da ich – der Jahreszeit angemessen – keine Unterwäsche trug, hatte er direkten Zugang.
„Wie .. willst du .. eigentlich .. die Hochzeit .. am nächsten .. Wochenende .. überstehen?“ keuchte ich, während er zwischen meinen weit gespreizten Schenkeln immer tiefer und tiefer, härter und härter, schneller und schneller – oops! Das muss ich wohl zensieren.

Also hier geht es weiter mit der jugendfreien Version:
„Wie willst du eigentlich die Hochzeit am nächsten Wochenende überstehen? Da bin ich auch ständig bei dir.“
„Verdammt. Aber wenigstens ist dein Kleid dann nicht so aufreizend.“
„Ja, Liebster.“ Das würde eine Überraschung werden! Denn mittlerweile hatte ich es geschafft, es kürzer und enger zu machen. An den Ausschnitt hatte ich mich dagegen nicht herangewagt, weil ich mit der Nähnadel denn doch nicht geschickt genug bin. Aber ich muss es ja gar nicht übertreiben. Ich hatte auch kurz erwogen, Kathrin um ein „Case Modding“ des Kleides zu bitten. Sie konnte früher nämlich richtig gut nähen. Ich nehme an, das kann sie immer noch. Allerdings will ich auch nicht provozieren, dass sie Ärger mit ihrem Arbeitgeber (der da ja sehr streng sein soll) kriegt.

„Versprich mir, dass du es nicht darauf anlegen wirst!“
Ich lachte mein sphinxhaftes Lächeln (soweit es mir in dieser Situation möglich war): „Das könnte ich natürlich versprechen, aber ich glaube, ich habe mehr Spaß, wenn ich es nicht tue.“
Seine Antwort konnte ich akustisch nicht verstehen. Während ich wieder aufstand, erwiderte ich: „Bemüh‘ dich nicht. Keines deiner Argumente wird mich überzeugen. Und deine Munition hast du sowieso gerade fürs erste verschossen.“
„Lascia ogni speranza, ich werde keinesfalls auf deine Anwesenheit verzichten.“ Er hatte sich inzwischen wieder auf einen Sessel gesetzt. „Und irgendwie werde ich es schon schaffen, mich zu beherrschen.“
Ich lachte, während ich mich rittlings auf seine Beine setzte: „Aber das kann sehr, sehr, sehr schwer werden.“ Dabei knöpfte ich seine Hose erneut auf.
Er schob mich herunter und stand schnell auf. Jetzt, keine fünf Minuten nach dem letzten Orgasmus, war es wohl nicht besonders schwierig, mich abzuwehren. Aber bei der Hochzeitsfeier würde der schon ein paar Stunden zurückliegen.
„Du wirst dich wohl vor versammelter Hochzeitsgesellschaft auch benehmen und dich zurückhalten.“
„Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Verlass dich nur nicht darauf.“ Ich glaube zwar, dass ich nur bluffte, aber so ganz sicher bin ich mir selbst nicht.

„Ach Samtpfötchen, bitte sei brav. Ich weiß ja, dass ich dich nicht zwingen kann. Und auch, dass ich dich nicht mit Geld oder Geschenken bestechen kann. Aber ich bitte dich einfach, dich mir zuliebe bei der Hochzeit anständig zu benehmen.“
Verdammt! Wenn er in diesem Ton mit mir spricht, kann ich ihm nichts abschlagen.
„Ich werde es mir überlegen“, säuselte ich unverbindlich. Ich schlang meine Arme um seinen Hals, bewegte mein Becken nach oben und unten, dann nach links und rechts, schließlich vor und zurück – wie in alle sechs Richtungen der Achsen eines kartesischen Koordinatensystems (OK, das war ein linkshändiges) – und konnte auch gleich einen Effekt spüren.
„Und du glaubst ernsthaft, du könntest dich beherrschen?“, flüsterte ich betörend, bevor ich ihn abrupt losließ.
„Na, wenn du es darauf anlegst, kann niemand einer Femme Fatale wie dir widerstehen. Deshalb bitte ich dich ja eben, es bleiben zu lassen.“

Ich setzte mich aufs Sofa und schlug die Beine übereinander. „Das Problem ist vielleicht, dass ich gar nicht dahin will.“
„Ach Liebste, das haben wir doch wirklich oft genug durchgekaut. Deine Anwesenheit ist für mich unverzichtbar. Und du warst auch einverstanden mitzukommen.“
„Ja, ja, schon gut. Aber du darfst dich auch nicht beschweren, wenn ich versuche, mir das so angenehm wie möglich machen.“
„Du meinst es also gar nicht ernst und willst mich nur ein bisschen ärgern, und mit mir spielen wie die Katze mit der Maus.“ Er saß neben mir mit der Hand auf meinem oberen Bein.
„Wer weiß?“, ich zuckte mit den Schultern, „ich weiß es zumindest nicht.“
Er schüttelte den Kopf: „Du wirst dich nicht drücken!“
„Dann musst du aber auch mit den Konsequenzen klar kommen.“ Dabei hob ich mein Bein leicht an, so dass er seine Hand zwischen meine Schenkel schieben konnte.

„Ich nehme die Konsequenzen lieber vorweg. Und jetzt sollten wir ‚Je t’aime .. moi non plus‘ üben.“
Da Carsten nicht gleichzeitig Klavier spielen konnte, bemühten wir Youtube, um den Karaoke-Song („.. tu vas et tu viens, entre mes reins ..“) realistisch nachzustellen.

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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