Hundertzweiundsiebzig

Der gestrige IT-Jour-fixe verlief ohne besondere Vorkommnisse.

Ich setzte mich anschließend noch an einen freien Schreibtisch, um an meinem Notebook zu arbeiten, bis Carsten Feierabend machen würde.
Er wollte diesmal früher schlussmachen, weil er noch zu Sonja wollte, um etwas wegen Fiona’s Hochzeit zu besprechen. Notgedrungen kam ich mit.

Während Carsten mit Sonja sprach, und deren Mann irgendwelches Fußballzeug im Fernsehen ansah, ergab es sich, dass ich mich mit Lukas unterhielt.
Ich fragte ihn ein bisschen aus, was er so in der Schule mache, was seine Lieblingsfächer seien, und so weiter.
Dann fragte er mich, was ich denn studiert hätte.

Ich zögerte zunächst, ob ich ihm die gleiche Story erzählen solle, die ich meistens erzähle, wenn Männer mich das fragen. Dann tat ich es aber doch:
„Die Wissenschaft von den Körpern: was passiert, wenn zwei Körper zusammenstoßen, in Schwingungen geraten, und so weiter, .. bis hin zum Big Bang.“
„Boah! Das kann man an der Uni studieren?“
Carsten war dazugetreten. Offenbar hatte er meine Worte gehört, denn er meinte: „Sicher kann man das. Die Bundeskanzlerin zum Beispiel hat das auch.“
Das verwirrte Lukas noch mehr.

Carsten hatte alle offenen Fragen mit Sonja geklärt, so dass wir uns verabschiedeten.
Zufällig summte ich auf dem Weg nach draußen ein altes Lied von Olivia Newton-John (die übrigens nichts mit Sir Isaac zu tun hat, aber die Enkelin von Max Born ist) vor mich hin. („.. you know what I mean. Let’s get ..“)

Im Auto meinte er: „Du solltest dem Kleinen nicht den Kopf so verdrehen!“
„‚Kleinen‘ ist gut. Der ist doch schon deutlich größer als ich.“
„Trotzdem, lass es bitte.“
„Okay, okay. Ich habe mich nur ein bisschen harmlos mit ihm unterhalten.“
„Aber du hast so eine Art, bei der man alle möglichen Mehrdeutigkeiten in deine Worte interpretieren kann.“
„Alles, was ich gesagt habe, entspricht der Wahrheit“, entgegnete ich unschuldig, „Honi soit qui mal y pense.“
Carsten seufzte laut auf: „Verschon mich jetzt mit französisch! Du hättest ihm das auch anders erklären können.“
„Ich habe nur leicht verständliche Beispiele benutzt. Oder hätte ich ihm etwas von Erhaltungssätzen und Bewegungsgleichungen, oder gar Wellenfunktionen erzählen sollen?“
„Es gibt ja noch andere Themen als Mechanik. Elektro- und Thermodynamik zum Beispiel hast du ganz unterschlagen.“
„Oh ja, Thermodynamik,“, stöhnte ich lasziv, „was passiert, wenn’s so richtig hheißß wird.“
Carsten verdrehte die Augen: „Zu Elektrodynamik fällt dir wohl nichts ein?“
„Im Moment zumindest nicht“, musste ich zugeben, „Maxwell lässt mich gerade im Stich. Dabei steht mein Schwingkreis so sehr unter Spannung.“
„Und das praktisch ungedämpft, nehme ich an?“
Ach, er kennt mich gut!

Wir waren mittlerweile bei meiner Wohnung angelangt und verbrachten den Abend im wesentlichen mit dem Durchführen einiger Experimente. Zum Beispiel Stoßversuche, bei der die Energie der heißen Körper nicht erhalten bleibt, unter Berücksichtigung des Einflusses des Kolbenhubs.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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2 Antworten zu Hundertzweiundsiebzig

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