Hundertdreiundsechzig

Carsten hatte gestern abend ein längeres Telefongespräch mit Fiona.
Danach informierte er mich, dass sie und Sven ihre Verlobung beenden wollen – um zu heiraten.

„Wann denn?“ fragte ich ohne großes Interesse.
„Im Sommer. Wenn die Vorlesungszeit vorbei ist. Also Ende Juli oder August. Bis dahin hat Sven auch seinen Bachelor.“

Mein erster Gedanke war, dass es sich wunderbar fügen würde, wenn die Feier am gleichen Wochenende stattfinden würde wie die Geburtstagsfeier meiner Mutter. Denn dann würde Carsten mich nicht begleiten können.
Doch dieser machte mir einen Strich durch die Rechnung: „Ich habe gesagt, dass sie es nicht auf das dritte Augustwochenende legen sollen, weil ich dann schon einen anderen wichtigen Termin habe.“
Mist! Das wäre aber auch zu schön gewesen.

So machte ich schnell ein Wortspielchen, dass Sven, wenn er heirate, ja kein Junggeselle, sprich Bachelor mehr sei, aber Carsten war nicht in der Stimmung, darüber zu lachen.

Carsten erzählte weiter, er wolle Sonja bitten, sich an der Organisation zu beteiligen. Schließlich ist sie Fiona’s Tante. Das war mir ganz recht so. Solange nur niemand auf die Idee kommt, ich solle mich um irgendetwas in der Richtung kümmern!

Natürlich wird Carsten einen professionellen Hochzeitsplaner engagieren. Mich interessierte das alles wenig. Sonja dagegen wird sich bestimmt gerne um organisatorische Details kümmern.
Der Polterabend wird bei Sven’s Eltern stattfinden. Die Hochzeitsfeier dagegen in noch zu findenden Räumlichkeiten hier in der Nähe.

„Na, viel Spaß“, wünschte ich Carsten, „da wirst du dich als Brautvater sicherlich sehr amüsieren.“
„Und du auch“, meinte er kurz.
„Ich? Wieso? Was habe ich damit zu tun?“
„Weil du natürlich mit mir zusammen bei der Feier sein wirst.“
„Ich denke, dazu habe ich keine Lust. Und Fiona will mich vermutlich auch nicht dabei haben.“
„Das ist egal. Ich bezahle ihr eine Traumhochzeit ganz nach ihren Wünschen, und meine einzige Bedingung ist, dass du auch dabei bist“
„Ich will aber gar nicht hin.“
„Das ist keine Option. Du wirst mitkommen ohne Diskussion“ antwortete Carsten kompromisslos.
„Du kannst vielleicht deinen Kindern deinen Willen aufzwingen, aber mir nicht.“

Er besann sich und fuhr dann in verändertem Ton fort: „Ach, Samtpfötchen, ich möchte doch nur mit dir zusammen sein. Und ich will, dass alle sehen, wie glücklich ich mit dir bin.“

Wie hätte ich mich danach noch weigern können?

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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Eine Antwort zu Hundertdreiundsechzig

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