Hundertsiebenundfünfzig

Den Abschluss des „Familienwochenendes“ bildete gestern das Grillen.
Carsten hat einen gemauerten Grill im Garten und er selbst grillte gestern mittag für uns Bratwürste und Steaks. Dazu hatten wir ein paar Salate und Brötchen besorgt.

Ich begann mit einer Bratwurst, die ich sehr pittoresk in der Nähe von Carsten verzehrte. Dann wollte ich mir Nachschub holen, aber Carsten lehnte schroff ab: „Von mir kriegst du keine Bratwurst mehr. Hier, nimm ein Steak!“
„Ganz wie du meinst, Schatz“, antwortete ich und nahm erstmal das Steak entgegen.
Aber natürlich ließ ich es damit nicht auf sich beruhen.

Da wir ja Besuch hatten, hatten wir mehr Obst als sonst im Haus. Ich ging also in die Küche und suchte mir die größte Banane heraus.
Die aß ich dann genüsslich in Carsten’s Blickfeld. Plötzlich hatte er es sehr eilig, mit dem Grillen fertig zu werden.
„Du sollst doch keine solchen Spielchen machen, wenn die Kinder da sind!“, meinte er als er mich in Richtung Schlafzimmer hinter sich herzog.
„Ich weiß nicht, was du meinst“, entgegnete ich unschuldig, „ich habe überhaupt nichts gesagt, nur etwas gegessen.“
„Du weißt es ganz genau!“, beharrte er, „ist das etwa die Revanche wegen der Rechnung?“
„Da geht wohl deine Fantasie etwas mit dir durch. Lass mich los. Ich will mir noch ein Eis aus dem Gefrierschrank holen.“
Mittlerweile waren wir im Schlafzimmer angelangt und er war nicht zu stoppen (nicht dass ich das gewollt hätte).

Geraume Zeit später klopfte Verena zaghaft an die Tür: „Papa, wir müssen doch zum Zug!“
„Verdammt!“ Carsten sprang auf und beeilte sich, seine Hosen wieder anzuziehen. Laut sagte er: „Ich komme sofort, Verena. Habt ihr das Gepäck schon bereitgestellt?“
Carsten fuhr dann Verena, Fiona und Sven zum Bahnhof. Er hatte mich zwar gefragt, ob ich mitkommen wollte, aber je früher ich die anderen loswurde, desto besser.

So blieb ich zurück und aß noch zwei Steaks, die übriggeblieben waren.
Es dauerte ziemlich lange bis Carsten wieder zurück war, aber dann konnten wir für den Rest des Wochenendes endlich ungestörte Zweisamkeit genießen.

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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Eine Antwort zu Hundertsiebenundfünfzig

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