Hundertfünfzig

Die Sicherheitsbelehrung fand gestern nachmittag statt. Da die Besprechungsräume zu klein für die gesamte Belegschaft sind, habe ich sie im Foyer gehalten.
Da gab es bislang zwar keinen Beamer, aber meine Jungs aus der IT-Abteilung waren ganz eifrig, einen zu installieren. Dann haben sie auch noch Stühle herbei geschafft, so dass genügend Sitzgelegenheiten vorhanden waren.

Es fehlten schon einige Mitarbeiter, wegen Krankheit, Urlaub oder unaufschiebbaren Terminen, aber bei weitem die meisten waren da. Für den Rest werde ich wohl in ein paar Wochen noch einmal einen Nachtermin ansetzen.

Carsten kam etwas verspätet. Da alle Stühle besetzt waren, nahm er einen der Klappstühle, die an der Wand lehnten, klappte ihn auf und setzte sich vorne mit ausgestreckten Beinen hin.
Ich war richtig gut in Form. Es gelang mir, das Thema mit vielen Beispielen und auch einigen Anektoten anschaulich rüberzubringen. Natürlich machte ich auch ein paar humorvolle Anspielungen, die aber nur Carsten verstanden haben dürfte. Immerhin sah er amüsiert aus und schmunzelte vor sich hin.
Einschließlich Fragen dauerte das ganze über eine Stunde. Carsten bedankte sich vor der versammelten Mannschaft noch offiziell bei mir für den „überaus informativen und lehrreichen Vortrag, dessen Inhalt wir alle in Zukunft weitestmöglich umsetzen werden.“
Es gab zwar keine standing ovations, aber immerhin einen kräftigen Applaus (naja, wenn der Chef klatscht, müssen die Mitarbeiter natürlich auch).

Während ich mein Notebook abbaute, bat mich Carsten noch kurz in sein Büro, wo wir dann zusammen einen Kaffee tranken.
„Dein Vortrag hat mir wirklich gut gefallen“, begann er, „ich bin so froh, dass wir zusammen sind.“
„Danke“, lächelte ich schlicht, „mir geht es genauso.“
„Tja, das war’s auch schon. Ich habe gleich noch eine Besprechung mit dem Betriebsrat. Aber danach mache ich gleich Feierabend. Ich spüre noch den Jetlag. Wartest du auf mich?“
„Ach, nein. Ich mache solange lieber noch einen Spaziergang nach Hause. Aber du kannst mein Notebook mitnehmen. Dann brauche ich es nicht zu tragen.“
„Aber klar. Wie war noch mal dein Passwort?“, fragte er scherzhaft.
„Netter Versuch!“ musste ich lachen, „aber ich halte mich an meine Richtlinien.“

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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Eine Antwort zu Hundertfünfzig

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