Hundertneununddreißig

Ich habe eine Belehrung in zwei Wochen als Pflichtveranstaltung für sämtliche Mitarbeiter der Firma angesetzt. Da geht es um Datensicherheit, Umgang mit Passwörtern, und so weiter.
Am einfachsten ist es, ich halte die Belehrung selbst, statt einen externen Referenten zu suchen.

Carsten meinte, sein Terminkalender an diesem Tag sei schon zu voll. Dabei habe ich die Uhrzeit extra so gewählt, dass er auch Zeit hat.
„Trotzdem, ich habe dann wichtigeres zu tun.“
„Aber gerade du hast es nötig.“
„Inwiefern?“, fragte er erstaunt.
„Nun, hattest du nicht erst kürzlich einen Trojaner auf deinem Rechner?“
„Schon“, gab er zu, „aber das hätte ich kaum verhindern können.“
„Außerdem ist mir ein Fall bekannt, da hast du dein Notebook samt Administratorzugang über Nacht bei einer firmenfremden Person gelassen.“
Carsten stöhnte auf: „Darf ich mir den Hinweis erlauben, dass es sich um eine besonders vertrauenswürdige Person gehandelt hat?“
„Hinweis zur Kenntnis genommen, aber nicht akzeptiert. Wenn es um Sicherheit geht, gibt es kein Vertrauen.
Als nächsten Punkt benutzt du für alle deine Rechner das gleiche Passwort, egal ob es der mit deiner Pornosammlung oder ein Firmenrechner ist.
Weiterhin lässt du dein privates Online-Banking von deiner Geliebten erledigen. Und außerdem ..“
„OK, OK. Das reicht. Ich versuche ja zu kommen.“
„Nicht nur versuchen. Plane das fest ein.“

„Warum habe ich mich nur mit dir eingelassen?“
„Weil ich mich als einzige traue, dir zu widersprechen. Und das gefällt dir, auch wenn du es nie zugeben würdest.“
„Das war eigentlich eine rhetorische Frage gewesen, aber ich hätte mir denken können, dass du eine Antwort parat hast.“
„Oh, das war erst der erste Teil der Antwort. Den zweiten Teil willst du ja hier im Büro nicht hören. Den hebe ich mir für heute abend auf“, lächelte ich verheißungsvoll.

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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Eine Antwort zu Hundertneununddreißig

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