Hundertdreizehn

Mein 16 GB USB-Stick ist mir kaputt gegangen. Der Stecker ist halb abgebrochen so dass die Anschlüsse keinen Kontakt mehr haben. Ihn zu reparieren bringt nichts, da ich keine essentiellen Daten darauf hatte.
Ich muss mir nur möglichst bald einen neuen Stick kaufen.

Carsten kam gestern erst nach sieben zu mir. Er erzählte etwas von Problemen mit einem Lieferanten, ging aber nicht näher darauf ein.

Während wir aßen, sagte er, dass seine Sekretärin am Donnerstag ihren Ausstand feiern würde und ich solle auch kommen.
„Wieso? Ich habe doch überhaupt nichts mit deiner Firma zu tun. Ich bin noch nicht mal mehr externer Dienstleister.“ Diese Spitze konnte ich mir nicht verkneifen.
„Aber da wir jetzt privat ein Paar sind, finde ich es durchaus angebracht, dass du bei derartigen semi-privaten Veranstaltungen dabei ist. Auch um eventuelle Gerüchte gar nicht erst aufkommen zu lassen. Ich möchte kein Geheimnis daraus machen.“
„Ich bin sicher, solche Gerüchte gibt es schon längst.“
„Umso wichtiger, sie zu stoppen.“

„Meinst du nicht, dass das noch etwas verfrüht ist?“, zögerte ich.
„Wieso? Wir haben doch nichts zu verbergen. Im Gegensatz zum Bundespräsidenten bin ich sonst keiner Frau verpflichtet.“
„Es ehrt mich ja, dass du wert auf meine Gesellschaft legst, aber ich finde nicht, dass ich mich da so sehr involvieren sollte.“ Es wurmte mich immer noch, wie Carsten mit unserem Vertrag umgegangen war.
„Verdammt, wo ist das Problem? Du trinkst ein bisschen Sekt, machst dich über das Buffet her, und dann können wir auch schon wieder gehen.“
„Ich sehe einfach keine Notwendigkeit für meine Anwesenheit“, beharrte ich, „mit deiner Sekretärin hatte ich kaum etwas zu tun. Und du brauchst auch keine Begleiterin und kannst alleine gehen.“

„Wieso muss ich jede Kleinigkeit erst ewig mit dir ausdiskutieren! Früher wäre Ingrid sicherlich mitgekommen. Jetzt bin ich mit dir zusammen und ich wünsche mir, dass du solche repräsentativen Aufgaben wahrnimmst.“
Bevor Carsten die Geduld verlieren konnte, gab ich meinen Widerstand plötzlich auf: „OK, ich komm ja mit, wenn es dir so wichtig ist“. Ernsthafte Einwände hatte ich ohnehin nicht gehabt.

Carsten traute dem Frieden wohl noch nicht: „Gut. Und können wir uns vielleicht darauf einigen, das nächste mal solche Diskussionen ausfallen zu lassen.“
„Klar. Und ich wasche dir auch deine Wäsche und bügel dir deine Hemden“, antwortete ich ironisch. Das tat mir aber sofort leid, nachdem ich es ausgesprochen hatte, und ich schmiegte mich enger an Carsten: „Es tut mir leid, Liebster. Ich weiß auch nicht, warum ich heute so kratzbürstig bin.“ Für PMS ist es noch etwas zu früh. Naja, ich habe ziemlich viel Zeit mit dem kaputten Stick vertan. Wahrscheinlich war ich deswegen so angespannt und schlecht gelaunt.

Carsten schien wieder besänftigt zu sein und ich schlug ihm vor, noch etwas Stress abzubauen. Wie immer ging er darauf bereitwillig ein und wir widmeten uns dem Stressabbau bis in die frühen Morgenstunden.

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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Eine Antwort zu Hundertdreizehn

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