Hundertacht

Nachdem ich gestern um halb fünf Feierabend gemacht hatte, zog ich mir einige meiner reizvollsten Dessous an, und drüber nur ein Strickkleid, das sich mit einem Handgriff ausziehen ließ.

Carsten klingelte bereits kurz nach fünf. Ich entledigte mich schnell des Kleides und öffnete ihm die Tür. Er hatte eingepackten Kuchen in der Hand, so dass seine halbherzigen Abwehrversuche ineffektiv waren.
„Moment, nicht so schnell, ich muss erst einiges mit dir besprechen!“
Aber ich hatte ihm bereits die Hose aufgeknöpft und zog ihn mit ins Schlafzimmer. „Reden können wir auch später noch.“

Anschließend machten wir uns über die Walnusssahnetorte her. Dabei planten wir gleichzeitig das Abendessen: „Entweder wir gehen essen, oder wir lassen uns etwas liefern, oder du kochst uns etwas leckeres.“
Ich schaute ihn entgeistert an: „Letztgenannte Option steht nicht zur Verfügung!“
Carsten lachte: „Ich weiß, war nur ein Scherz. Also, was schlägst du vor?“
„Am wenigsten Zeit verschwenden wir, wenn wir etwas bestellen.“
Das machten wir dann auch online.

Ich schlug Carsten vor, doch einfach hier zu übernachten: „Du sparst jeden Tag mindestens eine Stunde Zeit für die Fahrt, Zeit die wir besser nutzen könnten.“
Er war jedoch skeptisch: „Gelegentlich vielleicht, aber nicht jede Nacht. Schließlich muss ich auch ein paar Stunden zum Schlafen kommen, und das dürfte hier schwierig werden.“
Ich lachte: „Das ist nur eine Ausrede. Ich schlafe ja auch irgendwann. Probier’s doch einfach aus und bleib hier. Es wartet doch niemand auf dich.“
„Du hast einen schlechten Einfluss auf mich, aber meine Widerstandskräfte sind längst erschöpft. Also gut, du Sirene.“
„Hauptsache, die anderen Kräfte erschöpfen sich nicht“, gurrte ich zufrieden.

Zwischendurch stärkten wir uns durch die gelieferten gebratenen Nudeln. Ansonsten kamen wir nicht dazu, irgendetwas zu besprechen.

Bevor Carsten heute morgen wieder ging, meinte er noch: „Ich sehe schon, mit einem ernsthaften Gespräch wird das hier nichts. Kannst du heute zu mir ins Büro kommen?“
„Schon. Wann denn?“
„Ich kann jetzt nicht auf meinen Kalender zugreifen. Meine Sekretärin ruft dich an.“ Damit verabschiedete er sich.

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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Eine Antwort zu Hundertacht

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