Hundertsechs

Ich war gestern auswärts bei einem Kunden. Es lief alles glatt und ohne erwähnenswerte Vorkommnisse.

Abends setzten Carsten und ich unser Gespräch über einen Urlaub fort.
Carsten meinte, er könne sich wohl über Ostern ein paar Tage freischaufeln.
Meinerseits sprach nichts gegen diesen Termin. „Aber kommen da nicht deine Töchter heim?“
„Fiona hat definitiv andere Pläne. Bei Verena weiß ich’s noch nicht sicher, aber wenn ich jetzt anderweitig plane, dann hat das Vorrang. Sie lebt ihr eigenes Leben.“

Wir einigten uns auf folgendes:
kleiner Kurort, nicht allzu weit entfernt (um nicht zu viel Zeit mit An- und Abreise zu verschwenden), mit gutem Wellnessangebot.
Mittelklassehotel (Carsten wollte eigentlich ein besseres, aber da ich darauf bestand, meinen Anteil selbst zu übernehmen, und mir nur ein mittleres Hotel leisten will, lenkte er schließlich ein).
Ich soll schon mal recherchieren und eine Vorauswahl treffen. Endgültig entscheiden und buchen werden wir dann erst kurzfristig vorher.
Die Art der Zimmer kam noch nicht zur Sprache, aber es sind ja noch einige Wochen Zeit.

Dann erklärte ich, dass ich beabsichtigte nur 2. Klasse zu fahren, da mein Budget nicht mehr hergibt.
Carsten meinte, er hätte eigentlich vor, nicht mit der Bahn, sondern mit dem Auto zu fahren, um flexibler zu sein. „Soll ich dir dann etwa Benzingeld berechnen?“, fragte er leicht ironisch.
Ich überlegte und war unschlüssig.
„Und soll ich immer erst ewige Diskussionen mit dir führen, wenn ich dir zum Beispiel ein Eis spendieren will oder den Museumseintritt für uns beide bezahle?“
„Ich sehe ein, dass das nicht praktikabel ist, aber bei solchen Kleinbeträgen können wir uns ja abwechseln.“
Carsten seufzte: „Jetzt rächt es sich, dass ich nie einen Sonntagsaufschlag bezahlen musste!“
„Ich habe den Eindruck, du nimmst mich nicht so richtig ernst!“
„Doch, doch, aber derartige Diskussionen beeinträchtigen meinen Erholungserfolg. Warum lässt du mich nicht einfach die Kosten übernehmen? Du kannst ja deinen Hotelanteil bezahlen, wenn du es unbedingt für nötig hältst. Aber für den Rest wäre es viel einfacher, wenn ich es bezahle.
Ich kann mir das eher leisten. Wenn wir zusammen essen waren, hattest du doch auch nie ein Problem damit, wenn ich die Rechnung übernommen habe.“
In gewisser Weise hatte er ja recht, ich wollte jedoch das Debakel von letztem Jahr nicht wiederholen.
Als Carsten noch hinzufügte „Weißt du was, sieh es einfach als steuerfreien Bonus für deine erfolgreiche Beratungstätigkeit“, gab ich schließlich nach.
„Na also“, sagte Carsten erleichert, „und über die Hotelkategorie unterhalten wir uns noch ein andermal.“

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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Eine Antwort zu Hundertsechs

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