Zweiundneunzig

Gestern war Carsten zum zweiten Mal Abends bei mir.
Er kam etwa um halb sieben und hatte diesmal Leberkäsbrötchen mitgebracht.

Nachdem wir gegessen hatten, wollte er mir noch schnell eine Präsentation auf seinem Notebook zeigen.
Dieses brach allerdings beim Hochfahren ab und zeigte eine falsche Systemzeit an.

Carsten fluchte: „Schon wieder ist das Ding hin. Jetzt muss ich es wieder zur Reparatur bringen und kann es mindestens zwei Tage nicht nutzen. Dafür kriege ich eine horrende Rechnung.“
„Da ist doch nur die Batterie leer,“ meinte ich und kramte einen geeigneten Schraubenzieher aus meinem Schreibtisch.
Ich schraubte das Notebook auf und lokalisierte die Batterie auf dem Board. Nachdem ich eine passende Batterie bei meinen Utensilien gefunden hatte, entfernte ich vorsichtig die alte Batterie und ersetzte sie durch die neue. Dann schraubte ich das Notebook wieder zu.
„So, das sollte wieder funktionieren. Du musst nur die Systemzeit neu einstellen und eventuell ein paar BIOS-Einstellungen machen.“

Das ganze hatte keine zehn Minuten gedauert und Carsten war sichtlich beeindruckt: „Danke, kannst du das mit auf die Rechnung schreiben?“ – „Nein, das ist kostenloser Service für Premiumkunden.“

Es stellte sich heraus, dass das Notebook nicht auf dem neuesten Stand war, da es meistens offline war und „immer genau dann booten wollte, wenn es am ungünstigen war“ – wie das Computer halt so an sich haben.

Ich bot an, das Notebook über Nacht zu aktualieren. Carsten könne es sich dann morgen früh auf dem Weg zur Arbeit abholen.
Carsten richtete mir noch ein Administratorkonto ein, damit ich die nötigen Rechte hatte.

Schon etwas leichtsinnig! Schließlich hätte ich den kompletten Rechner ausspionieren oder irgendwelche Malware installieren können.

Carsten war dann heute früh um viertel sieben hier und nahm sein Notebook wieder mit. Ich wollte ihn noch zu einem Kaffee einladen, aber er hatte es eilig ins Büro zu kommen.

Heute ist sein Geburtstag. Aber ich ließ mir nicht anmerken, dass ich davon wusste, um die Überraschung nicht kaputt zu machen.

Ich habe immer noch keinen konsistenten Plan, wie ich ihn heute Abend dazu bringen soll, dieses bestimmte Restaurant aufzusuchen, ohne etwas zu verraten.
Ich weiß auch nicht so recht, was ich anziehen soll. Einerseits etwas unauffällig normales, um keinen Hinweis zu liefern, andereseits aber auch festlich für die Party.

Immerhin ist die Wetterstation rechtzeitig angekommen und ich habe sie bereits verpackt.

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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2 Antworten zu Zweiundneunzig

  1. engywuck schreibt:

    Leberkäsbrötchen – „Brötchen“. Pah. Das heisst LKW für LeberKäsWeckle

    🙂

    Gefällt mir

  2. Pingback: breakpoint’s Wayback Archive #07 //1584 | breakpoint

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