Einundsiebzig

Die Silvesterfeier bei Carsten war .. hm ..

Es hatte ganz normal angefangen. Wir hatten nachmittags noch ein paar geschäftliche Punkte besprochen, als unerwartet und überraschend Carsten’s Töchter hereinschneiten.
Sie hatten wohl ein schlechtes Gewissen gehabt, ihren Vater an Weihnachten allein gelassen zu haben und wollten jetzt den Jahreswechsel doch noch mit ihm verbringen. Ohne Ankündigung wohlgemerkt.
Nicht genug damit, brachte die Jüngere auch noch ihren „Verlobten“ mit.

Das wäre an sich kein Problem gewesen, aber dieser Verlobte beanspruchte das Gästezimmer, das eigentlich für mich vorgesehen war. Auf Carsten’s Nachfrage, warum er nicht einfach bei seiner Tochter im Zimmer übernachten wollte, erzählte diese irgendwas von „bis nach der Hochzeit warten“.

Solch eine Verantwortungslosigkeit! Ich muss wohl ziemlich heftig reagiert haben und erzählte den zwei „Verlobten“, dass es unvernünftig ist, „die Katze im Sack zu kaufen“. Woher wollen sie wissen, ob sie überhaupt harmonieren und an den gleichen Dingen Spass haben? Eine Frau sollte nur einen Mann heiraten, der bereits seine Potenz und – falls sie Kinder zu haben beabsichtigt – seine Zeugungsfähigkeit unter Beweis gestellt hat.

Nach meiner – wohl etwas drastischen Rede – verließen Carsten’s Töchter und der „Verlobte“ kleinlaut den Raum.
Carsten hatte die ganze Zeit nur amüsiert zugehört. Jetzt meinte er trocken: „Wenn ich in einem Jahr Opa bin, mache ich Dich dafür verantwortlich!“
Das war das erste Mal, dass er mich duzte. Ich lachte und erwiderte, er könne ihnen ja noch eine Packung Kondome zu Weihnachten schenken.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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4 Antworten zu Einundsiebzig

  1. breakpoint schreibt:

    SechshundertsiebzehnFiona und Sven leben ja jetzt schon eine Weile getrennt, weil Sven in einer anderen Stadt arbeitet als Fiona studiert. IMHO wäre es durchaus möglich gewesen, dass Fiona ihren Studienort entsprechend verlegt, aber das war ihr offenbar nicht wichtig genu…

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